Oggaus „Mann für alle Fälle“ geht in Pension. Mehr als 37 Jahre diente Franz Stipschitz in der Oggauer Gemeinde. Nun verabschiedet er sich in die Pension und blickt noch einmal auf ein spannendes Berufsleben zurück.

Von Balázs Urbanics. Erstellt am 02. März 2019 (07:05)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Arbeitseinsatz. Der langjährige Gemeindearbeiter Franz Stipschitz, sein Nachfolger Jürgen Stagl und Bürgermeister Thomas Schmid (v.l.). Foto: Nina Sorger
Nina Sorger

Wenn es in der Gemeinde Oggau etwas zu richten, zu reparieren oder zu bewerkstelligen galt, war er zur Stelle: Gemeindearbeiter Franz Stipschitz. Mit Anfang Februar ging er nach fast vier Jahrzehnten in die verdiente Pension.

Gute Erinnerungen an so manche Anekdote

In der Gemeindearbeit sah er in all den Jahren immer eine positive Herausforderung: „Ich freute mich auf jede Aufgabe.“

Die Vielseitigkeit der Tätigkeiten verlangte dem Gemeindearbeiter aber gleichzeitig auch entsprechende Fähigkeiten ab: „Wir haben alles Mögliche gemacht, von Kanalarbeiten über Pflastern, Rasenmähen, Maurerarbeiten oder Dachstuhl-Arbeiten.“

Ein Mann für alle Fälle eben. Mit der Zeit habe sich der Job auch geändert: „Während am Anfang eher kleinere Arbeiten anfielen, musste man mit der Zeit auch immer neuere und vielseitigere Aufträge erledigen.“

An so manche Anekdoten aus den 37 Jahren denkt er gerne zurück: „Die alljährliche Musterung in Oggau ist immer einer der unvergesslichsten und feucht-fröhlichsten Höhepunkte des Jahres gewesen“, so Stipschitz., der als Gemeindearbeiter und Betreuer des Gemeindekellers stets mittendrin war: „Das war schon jedes Mal legendär“.

Schwammerl sorgten für Schrecksekunde

Doch auch die eine oder andere Schrecksekunde blieb Franz Stipschitz nicht erspart, so die „Geschichte mit den Schwammerln: Als ich mit meinem Kollegen vor einem Haus arbeitete, kam die Hausbesitzerin auf uns zu und fragte, ob wir uns mit Pilzen auskennen. Denn sie hatte welche im Garten gefunden und wollte sie zubereiten. Mein Kollege hat gesagt, die könne sie ruhig essen. Kurz später stand die Rettung vor der Tür“, erzählt Stipschitz.

Eine Schrecksekunde, die glücklicherweise glimpflich ausging, erzählt er schmunzelnd weiter: „Sie hatte nur zuviel gegessen und konnte später darüber lachen.“

Eine Veränderung ist ihm im Lauf der Jahre aufgefallen: „Als ich im Juni 1981 bei der Oggauer Gemeinde angestellt wurde, war das Leben noch gemütlicher.“ Nicht nur die Arbeit, auch das Leben selbst sei stressiger geworden: „Mit den Handys ist man in der heutigen Zeit immer erreichbar. Heute wird man auch sonntags angerufen, das hat es früher nicht gegeben“, erzählt er rückblickend.

Stipschitz: „Arbeiten ist einfach mein Hobby“

Die Arbeit sieht er neben dem Tennis auch als eines seiner Hobbys, weshalb sich seiner Ansicht nach auch in Zukunft gar nicht so viel in seinem Leben ändern werde, meint er: „Ich war 22 Jahre lang Obmann im Tennisverein, 2015 legte ich das Amt nieder. Doch als Platzwart bin ich auch heute noch tätig.“ Auch privat stehe noch einiges an: „Ich freue mich schon darauf, meinem Sohn in seiner Gärtnerei zu helfen, und an unseren Häusern gehört auch noch einiges fertiggestellt“, erklärt er.

Und Franz Stipschitz will weitermachen, solange er kann: „Noch 30 Jahre wären schon gut“, lacht der aktive Oggauer Jung-Pensionist: „Scherz, ich mache so lange weiter, bis es gar nicht mehr geht.“