Die Wulka einmal anders erleben

Die Wulka bietet nicht nur eine Abkühlung an heißen Sommertagen, sondern auch in Vergessenheit geratene Mühlen. Ein Spaziergang durch 500 Jahre Geschichte mit Badespaß.

Erstellt am 20. August 2021 | 06:25

Selbst als gelernte Wulkaprodersdorferin kann man bei einer Wanderung entlang der Wulka immer noch Dinge und Orte entdeckten, die man noch gar nicht kannte, die aber absolut begeistern können. Die vielen alten Mühlen etwa, von denen jede ihre eigene Geschichte hat. Sie sind etwas versteckt und so nehmen die wenigsten Wulkaprodersdorfer sie aktiv wahr. Beschäftigt man sich dann aber mit ihnen – etwa bei dem hier vorgestellten Spaziergang – kann man einen guten Blick auf ein paar dieser wertvollen Verbindungen zur Vergangenheit des Dorfes werfen.

Um unseren kleinen Wanderweg zu starten, beginnen wir bei dem Wulkaprodersdorfer Rathaus. Entlang der Hauptstraße Richtung Eisenstadt, entdecken wir als erstes die Wohlrabmühle. Diese kam zum Stillstand wegen des weit verbreiteten Mühlsterbens, denn es stellte sich die Frage: „modernisieren, ausbauen und investieren oder zusperren?“. Die Wohlrabmühle wurde dadurch von der Wassermühle zu einer Lohnmühle. 20 weitere Jahre schrotete man elektrisch Mais. Wie es so üblich war, kamen Bauern, die ihre Getreidesäcke dort ließen und dafür ein Äquivalent an Mehlsäcken überreicht bekamen. Als Zwischenstopp bei der Reise in die Vergangenheit kann man sich dann noch ein Hofsandwich oder eine Presswurt holen, denn die Familie Wohlrab betreibt einen Heurigen am Gelände der Mühle.

Weiter geht es dann über die Wiener Straße Richtung Eisenstadt, die Mühlgasse entlang, bis man auf einen Weg zwischen den beiden Teichen stößt. Den geht man rechts und anschließend links. Noch ein letztes Mal rechts und einen schmalen Weg entlang und man befindet sich direkt bei der Pillermühle. Dort angekommen ist es auch möglich, seine Füße kurz ins Wasser zu halten und sich zu erfrischen, bevor man sich wieder auf den Weg begibt.

Von Wulkaprodersdorf nach Trausdorf

Anschließend kommt man auf den Eisenstädter Güterweg zurück und geht Richtung Trausdorf. Nachdem man die Siegendorfer Straße überquert hat, ist es nicht mehr weit, bis man sich in Trausdorf befindet. Lässt man erst den Feldweg hinter sich, spaziert man entlang der Hauptstraße bis zur Dreifaltigkeit. Ganz hinten versteckt sich dort nämlich ebenfalls eine wunderschöne, alte Mühle, die Weingartenmühle.

Sie ist das älteste Haus der Ortschaft. Ursprünglich war sie eine Schrotmühle, aber in späterer Folge wurde sie zur Kunstmühle, die in Kombination von Wasser und Strom betrieben wurde. Nach dem Tod seiner Eltern konnte der Besitzer Walter Kadner wegen des vielen Staubs und seinem Asthma die Arbeit nicht fortsetzten. Von der Weingartenmühle aus kann man sich wieder den Rückweg nach Wulkaprodersdorf antreten.

Mühlen waren einst in der Region sehr verbreitet. Schaut man beim Spazieren hin und wieder in kleine Gassen, entdeckt man bestimmt noch die eine oder andere kleine Mühle mit einer großen Geschichte.