Reparatur-Café: „Wohin, wenn was hin is?“. Wo kann man noch Geräte reparieren lassen oder gleich selber reparieren lernen? Die BVZ hat im FreuRaum nachgefragt.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 24. Februar 2020 (05:54)
Reparatur. Johann Wanko bietet Hilfe zur Selbsthilfe.
BVZ

Jeder hat irgendein „Lieblings-Teil“. Diese Geräte haben einen hohen emotionalen Wert für die Besitzer. Wenn diese kaputt werden, stellt sich oft die Frage: „Wo kann ich diese reparieren lassen?“ Die BVZ hat die Antwort gefunden.

Johann Wanko und sein Team haben einen Erfolgslauf. In der knappen Stunde, die die BVZ im „Reparatur-Café“ im Eisenstädter „FreuRaum“ verbrachte, wurden sechs defekte Geräte von besorgten Besitzern vorbeigebracht. Gleich drei davon konnten sie wieder reparieren – gratis, ganz nach dem Selbstverständnis des Reparatur-Cafés.

Erst nachschauen, dann wegschmeißen

„Es ist wichtig, dass man erst einmal zu uns kommt und uns nachschauen lässt, bevor man ein defektes Gerät gleich wegwirft. Sie glauben gar nicht, wie oft einfach nur die Wartung fehlt. Ein bisschen Öl hier, ein neues Kabel da und schon geht es wieder“, betont der gelernte Landmaschinenbauer. „Also eigentlich eher Grobmechaniker“, lacht er. Das Reparieren, sagt Wanko gefragt nach der Idee des Cafés, sei ihm in die Wiege gelegt worden: Sein Vater war Schmied, „der hat auch immer alles selber reparariert —

und oft sogar selber gebaut.“

Reparieren, die verloren gegangene Fähigkeit

Heutzutage könne keiner mehr etwas reparieren, sorgt sich Wanko um den Zustand der Gesellschaft. Es werde lieber gleich weggeworfen, als ein bisschen Hand anzulegen. Die Industrie nutzt das aus: „Geplante Obsoleszenz“ ist der feine Ausdruck für eine unschöne Praxis. Firmen werden immer öfter ertappt, Geräte so zu bauen, dass sie möglichst bald nach Ablauf der Garantie kaputt gehen.

Wanko seufzt: „Wenn ich die Sollbruchstelle und Ersatzteile finde, kann ich sie auch reparieren.“ Diese Fähigkeit will Wanko im Reparatur-Café auch gleich vermitteln: Die Besucher müssen nicht, können aber mit anpacken. Und das kommt gut an, wie man im FreuRaum sieht.