Eisenstadt: Silberfuchs hört auf, Thai kommt. Am Oberberg schließen zwei Lokale, in der Stadt schließt eines, eines eröffnet neu.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 24. Juli 2019 (05:47)

„Das waren tolle Abende: Zuerst sind wir in den Silberfuchs, dann ins Haydn-Kino und dann ins Paradiso gegangen“, beschreibt ein Oberbergler der BVZ seine jungen Jahre. Er seufzt und blickt auf die Wiener Straße gegenüber der Bergkirche. Wo sich einst seine Jugend abgespielt hatte, sind nur noch leere Gebäude übrig. „Ich könnte ja schon Ende 2020 in Pension gehen. Aber was mach‘ ich daheim? Dort wartet nur meine Frau und die teilt mich ein.“

Alois Haas weiß nach bald 20 Jahren im „Silberfuchs“, wie er seine Herrenpartie unterhalten kann. Die sitzt rauchend um die dunkle Theke. „Einiges gehört renoviert. Aber das mach dann nicht mehr ich.“

2022 hätte er 20 Jahre den „Silberfuchs“ geführt. Das wird sich nicht mehr ausgehen, spätestens am 1. Jänner 2021 wird zugesperrt. Seinen Sohn interessiere die Arbeit nicht, der habe Technik studiert, wiederholt Haas was schon so viele Gastronomen vor ihm gesagt haben. Der Generationswechsel will in Eisenstadts Gastronomie einfach nur zu selten klappen.

Dazu kommt das schwierige Pflaster Oberberg. „Sind ja nur alte Leute hier. Wo sind die Jungen?“, seufzt Haas.

Einzig das Asia-Restaurant Mandarin bleibt übrig, dieses hat aber auch schon auf Zustelldienst umgesattelt und verkauft einen großen Teil des Restaurantbereiches.

Fast daneben ist das „Weinhaus“ von Eva-Maria Wagner. Sie kennt das Problem nur zu gut: „Der Verkehr ist einfach zu viel und zu laut geworden. Wer sitzt den schon gern neben einer Durchzugsstraße?“ Sie habe Probleme ihre straßenseitigen Zimmer zu vermieten. „Die Gäste können ja nicht einmal durchlüften in der Nacht.“ Was ihrer Meinung nach fehlt, ist eine Lärm- und Temporeduktion auf der Wiener Straße, sowie eine Begrünungsoffensive.

Die Stadt versucht, mit Events den Oberberg zu beleben: Der Advent- und Jahreszeitenmarkt sowie das Open Air Kino waren Publikumsmagneten. Das ist für Erwin Fasching zu spät. Er musste seinen Imbiss in der Kirchengasse am Oberberg nach nur zwei Monaten wieder schließen.

In der Stadt läuft es ein bisschen besser: Im August eröffnet ein Thailändisches Restaurant. Aber eben nur ein bisschen besser: „Tasty Donuts“ sucht auch bereits einen Nachfolger.