Kainradls Eisenstädter Bier-Mekka im Wein-Land. Weingüter werden regelmäßig ausgezeichnet, Bierpreise aber gehen selten ins Burgenland. Die BVZ hat sich daher in Clemens Kainradls „Bierfracht“ umgesehen.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 12. Dezember 2019 (11:18)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7769965_eis50wagi_bierfracht.jpg
Ausgezeichnet. Clemens Kainradls „Bierfracht“ holte einen renommierten Bier-Preis nach Kleinhöflein.
BVZ

Im wunderschönen, typisch pannonischen Streckhof in der Kleinhöfleiner Hauptstraße erwartet man natürlich einen Weinkeller. Den Keller gibt es, die bekannt aussehenden Fässer auch. Der Unterschied: In denen reift das „Craft Beer“ von Clemens Kainradl und kein Wein.

Für das Biersortiment seines Großhandels „Bierfracht“ hat er jetzt sogar die Auszeichnung zum „Biersortiment des Jahres 2020“ vom renommierten Gault Millau erhalten.

Als vor 10 Jahren Kainradl ins Burgenland geheiratet hatte, war er noch kurz zuvor Unternehmensberater, der nicht mehr so viel auf Reisen wollte und sich für Bier interessierte. „Zuerst gab es spannende Biere aus den USA, aber auch die Italiener waren toll“, erinnert sich Kainradl an seine Anfänge.

Damals kam ihm die Idee eines Webshops. Aber mit dem Großhandel zu konkurrieren war schwer, der Versand von Bier teuer. Den Webshop gibt es nun nicht mehr, dafür aber „Hopfen und Söhne“, eine Bier-, Gin- und Kaffeebar mit Fachhandel in der Fußgeherzone nahe dem Schloss. Vor genau einem Jahr hat er den Shop mit Manuel Zeitler eröffnet: „Wir haben uns gedacht, da wär noch Potenzial.“

Zu Beginn gab es Erklärungsbedarf: „Ich hab mich oft verteidigen müssen, wieso ich Bier verkaufe, das komisch schmeckt und dann auch noch teuer ist. Das gibts mittlerweile nimmer.“ An Pale Ales hätten sich die Leute schnell gewöhnt, „Stout oder Sour dauert vielleicht noch“.

Mit „Hopfen und Söhne“ ist Kainradl jetzt auch bei „untappd“ dabei. Das App vernetzt Biertrinker und dient als Bewertungsplattform für spezielle Bier-Geschmäcker.

Dort vielleicht bald zu finden: Kainradls Eigenmarke, die Ende 2020 fertig sein soll.