„Zentralbahnhof Nord“ als Sitzungsthema in Großhöflein . Die Großhöfleiner Gemeinderatssitzung stand ganz im Zeichen der Diskussion um ein mögliches Bahnhofsprojekt.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 18. Dezember 2019 (04:34)
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Das Sitzungsgeld hatte sich der Gemeinderat redlich verdient, die Gemeinderatssitzung dauerte fast vier Stunden, es gab 34 Punkte zu beschließen. Gekommen waren am vergangenen Donnerstag die Zuschauer, bestehend großteils aus Aktivisten der Bürgerinitiative „Rettet das Dorf“, aber hauptsächlich wegen des vorletzten Punktes. Bei diesem gab Bürgermeister Heinz Heidenreich (SPÖ) Auskunft über den „Zentralbahnhof“.

Heidenreich wiederholte, selbst auch nur über die Medien von dem Projekt erfahren zu haben. Es habe zwar einmal ein Gespräch gegeben, damals noch mit Hans Peter Doskozil als Verkehrslandesrat. Das Thema waren allerdings Lärmschutzmaßnahmen, das Bahnhofsthema sei nur „am Rande des Gesprächs“ und ganz generell angesprochen worden. Doskozil habe wissen wollen, was „verkehrstechnisch möglich“ ist. Großhöflein sei „verkehrsstrategisch prädestiniert“ für einen Bahnhof, aber: „Es gibt nix Konkretes.“

Dass es überhaupt in nächster Zeit zu einem Bahnhof kommen wird, ist unwahrscheinlich, war man sich im Gemeinderat über alle Fraktionen hinaus einig: Der bestehende Gleiskörper sei zu alt für eine Hochgeschwindigkeitsverbindung, warf Heidenreich ein. Für den Neubau brauche es eine Umweltverträglichkeitsprüfung. „Und da warten wir noch zwanzig Jahre“, warf Werner Huf (FLG) ein.

Während Vizebürgermeisterin Maria Zoffmann (ÖVP) für das ÖVP-Modell des „Burgenland-Buses“ eintrat, war Heidenreich ein mit der Bevölkerung abgestimmter Pendler-Bahnhof lieber: „Ich unterschreibe jede Lösung, die Pendler von Auto auf Schiene bringt.“

Unterschreiben soll er, wenn es nach der Bürgerinitiative geht, auch eine Resolution, die die Initiative vorbereitet hat und keine Genehmigungs-Schlupflöcher erlauben soll. Darin wird die „Trassenführung auf Gemeindegebiet“ sowie ein Großbahnhofs „für nicht genehmigungsfähig“ erachtet.

Heidenreich zeigte sich gesprächsbereit: „Schickts mir das bitte“, bat er die Aktivisten.