Wahl: Gute Stimmung vor dem heurigen Urnengang. Die SPÖ verlor 2012 leicht im Bezirk, diesmal will man zulegen. Das wollen aber alle andere Parteien auch. Am Abend des 1. Oktober weiß man, wer recht hatte.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 30. August 2017 (05:24)
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Die Ausgangslage für die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl ist klar: Die Wahlauseinandersetzung in jeder der 25 Gemeinden des Bezirks ist so unterschiedlich wie die Ortschaften selbst. Das liegt an den einzelnen Kandidaten ebenso wie an ortsspezifischen Eigenheiten jeder Kommune.

Grundsätzlich sind die Bezirksgeschäftsführer der beiden „großen“ Parteien entspannt.

„Ich bin als Fußballer nie in ein Spiel gegangen und habe gesagt, dass wir 0:0 spielen wollen. Wir wollen dazugewinnen.“Ivan Grujic (SPÖ)

Ivan Grujic, Bezirksmanager für die SPÖ, lächelt, wenn man ihn nach der Stimmung fragt: „Es sind jetzt alle Listen eingereicht und alle Ortsorganisationen brennen darauf, dass es so richtig losgeht. Die SPÖ geht jünger und weiblicher als je zuvor in diese Wahl. Auch das zeugt von einer guten Stimmung.“

Und er hofft, dass die SPÖ die Ergebnisse ausbaut: „Wir haben momentan 14 von 25 möglichen Bürgermeistern im Bezirk, diese wollen wir auch halten und weitere dazu gewinnen. Da kann es in der einen oder anderen Gemeinde durchaus zu Überraschungen kommen.“

Definitiv festlegen, wie viel die SPÖ zulegen wird, wollte er sich nicht: „Ich bin als Fußballer nie in ein Spiel gegangen und habe gesagt, dass wir 0:0 spielen wollen. Angesichts von immer mehr Listen am Stimmzettel wird es nicht einfach. Aber wir wollen dazugewinnen.“

Die Stimmung sei top, erklärt Grujic: „Wir haben im Bezirk 865 Kandidaten, die alle sehr motiviert sind. Seitens des Bezirkspräsidiums sind wir sehr viel unterwegs, um die Ortsparteien vor Ort zu unterstützen. Daher kann ich sagen, dass die Stimmung sehr positiv ist.“

 

Parteien und Spitzenkandidaten bei der Gemeinderatswahl 2017 im Bezirk Eisenstadt
BVZ/Archiv/zVg

Gute Stimmung gibt’s auch bei ÖVP-Bezirksmanager Christoph Zarits: „Die Stimmung ist bei uns sehr gut. Der gute Bundestrend wirkt sich auch auf die Stimmung der Kandidaten aus. Dass wir Rückenwind vom Bund bekommen, das gab es noch nicht oft.“

Und auch die ÖVP will vor allem bei den Bürgermeistern zulegen: „Es gibt sicher ein paar Gemeinden, wo man einen Wechsel herbeiführen kann. Wir hoffen, die Anzahl der Bürgermeister auszubauen.“ Zarits fasst zusammen: „Ziel muss sein, die Zahl, die Bürgermeister und Mandatare zu steigern, darauf arbeiten wir hin!“

Molnár: „Vielleicht eine Verdoppelung…!“

Von der rot-blauen Koalition im Burgenland will die FPÖ wiederum profitieren: „Die Stimmung ist außerordentlich gut. Man merkt schon einen deutlichen Schub. Die erfolgreiche Arbeit als Regierungspartei im Burgenland wird goutiert“, erklärt FPÖ-Bezirksobmann Géza Molnár. Auch die Blauen wollen zulegen: „Ich bin mir sicher, dass wir bestehende Fraktionen vergrößern und neue Fraktionen gewinnen können werden.“

Zur erhofften Zahl der kommenden FP-Gemeinderäte erklärt Molnár zuversichtlich: „20 plus, vielleicht geht’s Richtung Verdoppelung.“ Und auch bei der FPÖ schein die Stimmung top: „Wir sind motiviert. Die Suche nach Kandidaten und Unterstützern hat sich diesmal viel einfacher gestaltet. Man merkt, dass wir Freiheitlichen echte Hoffnungsträger sind.“ Die Grünen treten diesmal in vier Gemeinden (Breitenbrunn, Eisenstadt, Müllendorf und Oslip) an.

Gleich sechs wollen Eisenstadt regieren

Einer der meist beobachteten Wahlkampforte ist Eisenstadt. Hier ist die ÖVP mit absoluter Mehrheit am Start. Gleich fünf weitere Parteien treten an, um diese absolute Mehrheit zu brechen. Alls sechs Spitzenkandidaten in Eisenstadt kandidieren auch um das Amt des Bürgermeisters. Das die absolute Mehrheit er ÖVP gebrochen wird, ist bei der Vielzahl der antretenden Parteien wahrscheinlich. Die ÖVP-Absolute ist derzeit mit 0,2% abgesichert.

Eine jeder Gemeinde, wo es – unabhängig vom Wahlausgang – mit Sicherheit einen neuen Bürgermeister geben wird, ist Wimpassing. Langzeit-Bürgermeister Josef Wolowiec (ÖVP) stellt sich nach 31 Jahren im Amt nicht mehr der Wahl. In seine Fußstapfen als ÖVP-Spitzenkandidatin tritt Marion Pöschl, während für die SPÖ mit Ernst Edelmann ebenfalls ein Quereinsteiger ins Rennen geht.

Auch in Oggau geht Bürgermeister Ernst Schmid, in Politpension. Sein Nachfolger als Spitzenkandidat ist sein Sohn Thomas Schmid. ÖVP und Freie Bürgerliste gehen mit denselben Spitzenkandidaten wie beim letzten Mal ins Rennen. Neu ist die Kandidatur der FPÖ mit Christian Eissner an der Spitze.

Ein klares Ergebnis zeichnet sich hingegen bereits jetzt in Stotzing ab, wo die SPÖ heuer erstmals keinen Bürgermeisterkandidaten stellt und sich Bürgermeister Wolfgang Kostenwein(ÖVP) somit als einziger um das Amt bewirbt. Auch in Leithaprodersdorf und Loretto müssen die Bürgermeister Martin Radatz und Markus Nitzky (beide ÖVP) kaum um ihre absolute Mehrheit fürchten.

Ganz so klar ist es in Purbach nicht, schließlich haben die beiden bisher angetretenen Parteien, die ÖVP mit Richard Hermann und die SPÖ Gerhard Wein, durch eine Ortsgruppe der FPÖ mit Martin Sandhofer Konkurrenz in der Stadtgemeinde bekommen.

Auch diesmal Spannung in Wulkaprodersdorf

Auch in Breitenbrunn möchte Johann Streimelweger mit einer Ortsgruppe der FPÖ in den Gemeinderat einziehen. In Schützen kämpfen indes nur mehr zwei um den Chefsessel: Roman Zehetbauer (ÖVP) und Manfred Feiler (SPÖ).

In der Grenzregion kandidieren diesmal mehr Parteien. So entstand auch in Siegendorf und Klingenbach eine Ortsgruppe der FPÖ. Eine unabhängige Bürgerliste formierte sich in Zagersdorf rund um Otmar Eisner.

In Wulkaprodersdorf bleibt es auch diesmal spannend. Bei der letzten Wahl holte sich Friedrich Zarits (ÖVP) den Bürgermeistersessel von der SPÖ. Ob das mit Obmann Markus Krojer, dem nach der Wahl 2012 die Leitung der SPÖ Wulkaprodersdorf übergeben wurde, so bleibt, ist die Frage, denn die Parteien, auch die Unabhängige Bürgerliste (UDW) mit Sabine Szuppin, sind relativ ausgeglichen im Gemeinderat vertreten.

Spannend wird es hingegen in Steinbrunn werden. Lange Zeit wusste man nicht, ob der noch amtierende Bürgermeister Klaus Mezgolits wieder kandidieren wird – ob für die SPÖ oder eine Liste. Dazugekommen ist die „Liste Pächter Steinbrunner See“ mit Michael Gadinger. Gleich fünf Parteien rittern in Trausdorf um den Gemeinderat. Zusätzlich zu SPÖ und ÖVP kandidieren PULT, die FPÖ und die NEOS.

Beweisen muss sich Judith Pratl in Hornstein für die SPÖ. Für sie kann es zur Zitterpartie werden. Mit Christoph Wolf und der verjüngten ÖVP hat sie einen starken Gegner. In Müllendorf wollen es die Grünen mit Ulrike Ringhofer in den Gemeinderat schaffen.