Wahlvorschau: Knappes Match in Mörbisch

Erstellt am 11. September 2022 | 05:38
Lesezeit: 4 Min
Mörbisch
Foto: TV Mörbisch
Roter Gemeinderat, schwarzer Bürgermeister — auch heuer steht wohl ein Zweikampf an. FPÖ und Grünen kämpfen um Platz drei.
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BVZ: Was war Ihr größter Erfolg der vergangenen Amtsperiode?

Markus Binder (ÖVP): Wir haben sehr viel in die Infrastruktur investiert, etwa bei Straßen und Kanal. Bei der Beleuchtung haben wir den Umstieg auf LED eingeleitet und wir haben über zwei Kilometer Radwege saniert.

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Bettina Zentgraf (SPÖ)
Foto: BVZ

Bettina Zentgraf (SPÖ): Dass wir ein Pflegezentrum in Mörbisch bekommen und dass meine Bemühungen, Argumente und Gespräche mit der Landesregierung schnell gefruchtet haben. Ich habe die Chance für unsere Senioren und die Angehörigen genutzt, weil unser desinteressierter Bürgermeister sich nicht beim Land gemeldet hat.

Gerald Sommer (FPÖ): Unser größter Erfolg ist es, das Kontrollorgan im Gemeinderat sein zu wollen. So konnten wir das unausgereifte Konzept der ÖVP zur Gebühreneinhebung am Seebadparkplatz abwehren, aber auch mit den Stimmen der ÖVP endlich die Sanierung der Badebrücke beschließen, bei der die SPÖ aus parteitaktischem Kalkül dagegen stimmte.

Michael Bacher (Grüne): Wir waren in der vergangenen Amtsperiode nicht vertreten und wollen nun erstmals für etwas grün im Gemeinderat sorgen.

Was sind Ihre Ziele für die kommende Periode?

ÖVP: Ein Ärztehaus mit betreutem Wohnen ist bereits auf dem Weg, da gibt es schon einen Standort und Gespräche mit einem Bauträger. Wir hoffen durch den Neubau junge Ärzte für Mörbisch begeistern zu können. Und wir wollen das Feuerwehrhaus erweitern.

SPÖ: Wir möchten Familien, junge Menschen und die Wirtschaft fördern. Ein Tauschmarkt oder eine Reparaturwerkstätte könnten die Folgen der Teuerung für viele abfedern. Schwerpunkte sind für uns die Attraktivierung des Seebades, die Verbesserung des touristischen Angebots, die Errichtung eines Altersheimes, Freizeitangebote für die Jugend und ein Konzept für die Hauptstraße als Flaniermeile.

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Foto: BVZ

Grüne: Eines der größten Projekte ist die Erstellung des örtlichen Entwicklungskonzeptes, dass den Rahmen für die Flächenwidmung und Raumplanung für die nächsten zehn Jahre setzt. Dabei setzen wir auf viel Bürgerbeteiligung. Und natürlich: Bäume pflanzen!

Wie soll Ihre Gemeinde leistbaren Wohnraum für junge Menschen schaffen?

ÖVP: Wir sind in enger zusammenarbeit mit der OSG, die B-Süd errichtet zudem 48 Wohnungen. Die Baustelleneinrichtung läuft bereits, insgesamt entstehen drei Wohnblöcke.

SPÖ: Wir haben aktuell in Mörbisch noch Platz und Flächen, um das neue Landeskonzept des „Sozialen Wohnbaus“ umzusetzen. Wir planen, Starterwohnungen zu erweitern und wir werden uns leer stehende Gebäude ansehen, die eventuell renoviert und wieder zu Wohnraum gemacht werden können.

FPÖ: Leistbaren Wohnraum schaffen wird durch die Erhöhung der Eigenkapitalquote bei Krediten auf 20 Prozent erschwert. Land und Gemeinde müssen finanzielle Unterstützungen bieten. Zusätzlich müssen Gespräche mit Großgrundbesitzern geführt werden, um geeigneten Baugrund günstig zur Verfügung stellen können.

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Gerald Sommer (FPÖ)
Foto: BVZ

Grüne: Wir haben im Ort 194 unbebaute Bauland-Grundstücke. Diese gilt es zu mobilisieren, damit die Gemeinde nicht nach außen, auf die grünen Wiesen, wächst. Der Ortskern muss auch als Wohnraum belebt werden, vor allem durch Jungfamilien.

Was kann Ihre Gemeinde leisten, um das Ziel der Klimaneutralität zu unterstützen?

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Foto: BVZ

ÖVP: Wir haben die erste PV-Anlage auf dem Gemeinde-Dach installiert. Außerdem haben wir sechs E-Tankstellen geschaffen, zwei vor der Gemeinde, vier am Seebad-Parkplatz. Die Umstellung der alten Heizungsanlagen in öffentlichen Gebäuden soll folgen.

SPÖ: Wir beabsichtigen einen Energie-Tausender beim Umstieg auf umweltfreundliche Heizsysteme einzuführen und Energiegemeinschaften zu forcieren, Photovoltaikanlagen auf Gemeindedächer zu installieren und unsere bewässerungsintensiven Blumeninseln auf trockenresistente Bepflanzung umzustellen.

FPÖ: Wir sind dafür, das Projekt des „Gmoa-Bus“ wieder aufleben zu lassen. Ein Elektro-Van mit acht Sitzen wäre mehr als ausreichend, das Leben vieler Bürger und Touristen in unserer Gemeinde ein wenig mobiler und dabei auch noch klimafreundlicher zu machen.

Grüne: Ganz konkret wäre ein lebenswerter Ortskern mit viel Grün ein guter Beitrag. Der öffentliche Raum muss so gestaltet werden, dass die Menschen kurze Wege mit dem Rad fahren können. Und natürlich muss die Bodenversiegelung minimiert werden.

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