Wimpassing: Edelmann holt Absolute, MFG im Gemeinderat

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 05:17
Lesezeit: 3 Min
ÖVP und FPÖ geben Mandate ab, Kauper zieht sich aus allen Ämtern zurück.
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„Eine Solarpark-Volksabstimmung und eine Gemeinderatswahl sind zwei Paar Schuhe“, wird Bürgermeister Ernst Edelmann (SPÖ) nicht müde zu betonen – und Wimpassing gab ihm recht. Edelmann holt 60 Prozent bei der Bürgermeisterwahl (ironischerweise gleich viel, wie die Gegner seines Solarprojekts bei der Volksabstimmung im Feber bekommen hatten), seine SPÖ die Absolute im Gemeinderat. „Ich bedanke mich für das eindeutige Votum, das ist eine Bestätigung für unsere Arbeit, wofür ich auch meinem Team herzlich danke. Wir werden mit der Absoluten demütig umgehen, allen anderen Parteien die Hand reichen“, sagte Edelmann noch am Wahltag der BVZ.

Auf einen unschönen Wahlkampf, bei dem er sogar einmal Klage einreichen musste, blickt der unabhängige Kandidat Johann Kauper, der auch von der ÖVP unterstützt wird, zurück. „Der Wähler hat immer Recht“, meint er etwas zerknirscht. Kauper wird sich von allen Funktionen zurückziehen, sich selber treu bleiben: „Ich kann nicht sagen, dass ich unabhängig bin und mich dann für die ÖVP in den Gemeinderat setzen.“ Er geht nicht ohne Warnung: „Wir sehen uns wieder, wenn die SPÖ den nächsten Versuch startet, die Mega-PV-Anlage durchzuboxen.“

Daniel Trattner von der MFG freut sich über neun Prozent der Stimmen: „Wir haben das zweite Mandat um nur 5 Stimmen verpasst, sind aber trotzdem glücklich mit dem Ergebnis. Wir haben ein gutes Verhältnis zu Bürgermeister Edelmann. Auch wenn unser Gestaltungsspielraum aufgrund seiner Absoluten jetzt enger geworden ist, werden wir trotzdem versuchen, produktiv für Wimpassing zu arbeiten.“

Auf dem letzten Platz zu liegen kam die in Wimpassing eigentlich traditionell starke FPÖ. Wesentlicher Grund dafür ist für Hans Ackerbauer die „scheinbare SPÖ-Lastigkeit“ der FPÖ. Das habe zum Schluss verleitet, gleich die SPÖ wählen zu können: „Uns ist es offensichtlich nicht gelungen, das zu entkräften.“ Dazu komme das Antreten der MFG als „unbelastete, oppositionelle Kraft“.

Die Wahl habe aber auch bewiesen, dass gemeinsame rot-blaue Projekte und damit die Arbeit der FPÖ gut angekommen seien. Edelmann werde mit der Absoluten sorgfältig umgehen und weiter konsens- und kompromissbereit bleiben.

Fünf Jahre lang war die FPÖ „Zünglein an der Waage“. Als solche habe Ackerbauer sich für sein wichtigstes persönliches Ziel eingesetzt: „Zu verhindern, dass sich Wimpassing zu einem identitätslosen ,Schlafdorf‘ entwickelt.“

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