Bezirk Eisenstadt: 21-Jähriger hat Chance nicht genützt

21-Jähriger flüchtete vor Polizei. Diversion platzte, deshalb stand er jetzt neuerlich vor Gericht.

Erstellt am 19. August 2021 | 05:19
Gericht Symbolbild
Symbolbild
Foto: Shutterstock.com, Salivanchuk Semen

Mit Blaulicht und Sirene verfolgte die Polizei am 31. Jänner 2020 einen BMW-Lenker aus dem Bezirk Eisenstadt, der sich durch Flucht einer bei Neufeld durchgeführten Verkehrskontrolle entziehen wollte.

Die Verfolgungsfahrt begann auf der Landesstraße in Richtung A3-Auffahrt und setzte sich auf der Autobahn fort.

Anzeige

Mehrfach ereigneten sich gefährliche Situationen, weil der BMW-Lenker abbremste und den am Steuer des Einsatzwagens sitzenden Polizisten zu Vollbremsungen oder zum Auslenken nötigte, weil es sonst zu Kollisionen gekommen wäre.

Außerdem unternahm der junge Lenker riskante Überholmanöver.

Später stellte die Polizei bei ihm eine Alkoholisierung von rund 0,5 Promille fest, was für Probeführerscheinbesitzer problematisch ist, weil sie zu 0,0 Promille verpflichtet sind.

Wegen dieses Vorfalls musste sich der 21-Jährige im Vorjahr wegen des Vorwurfs des Widerstands gegen die Staatsgewalt und der Gefährdung der körperlichen Sicherheit dreier Polizeibeamter und eines Beifahrers vor Gericht verantworten.

200 Stunden für die Allgemeinheit

Richterin Gabriele Nemeskeri bot dem jungen Mann damals eine Diversion an. Er sollte 200 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringen, danach würde das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werden.

Vorige Woche saß der BMW-Lenker wieder auf der Anklagebank. Er hatte den Diversionsauftrag nicht erfüllt.

Der Verein Neustart habe ihr berichtet, so Richterin Gabriele Nemeskeri, dass der Angeklagte beim zunächst ausgewählten gemeinnützigen Verein nur 4,75 Stunden erbracht habe.

„Sie sagten mir, dass Sie sich eine andere Einrichtung wünschen würden“, erinnerte die Richterin den 21-Jährigen.

Allerdings habe der Angeklagte auch bei einem danach ausgewählten Verein nicht zu arbeiten begonnen. „Ich war dort und hätte dort hackeln sollen“, gab der Angeklagte zu. „Wegen dem Schichteln ist das nie zustande gekommen.“ Außerdem sei er Fußballspieler und mit Corona sei es sowieso schwer gewesen.

„Da muss man Abstriche in Kauf nehmen, wenn man keine Verurteilung will“, ermahnte die Richterin den bereits vorbestraften jungen Mann.

„Ich bereue meine Fehler, geniere mich dafür. Das ist nichts Schönes“, kommentierte dieser den Vorfall vom 31. Jänner 2020.

Ein neuerliches Diversionsangebot gab es seitens des Gerichts nicht. „Sie hatten Ihre Chance!“, stellte die Richterin klar. „Es gibt auch andere, die das schaffen. Sie hätten sich mehr bemühen müssen.“

Der Angeklagte wurde nun zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.