Bezirk Eisenstadt: Bio-Essen als Preistreiber?

Die Bio-Umstellung in Volksschulen und Kindergärten sorgt nicht nur für Freude über gutes Essen. Mancherorts steiegn auch die Preise in den Betreuungseinrichtungen.

Peter Wagentristl
Peter Wagentristl Erstellt am 20. März 2021 | 04:34
Bio Essen im Kindergarten
Bio-Essen. In den Kindergärten darf es künftig nur noch Bio-Essen geben. Das trifft auch die Ostereier — wie hier auf Archivbildern aus dem Osliper Kindergarten.
Foto: BVZ/Archiv

Das verpflichtende Bio-Essen ist des einen Freud, des anderen Leid: Mit Jahresbeginn trat die Umstellung auf Bio-Essen in den Bildungseinrichtungen in Kraft. Nicht nur die Qualität des Essens steigt dadurch — auch der Preis.

Grund dafür ist das Burgenländische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz, welches vorschreibt, dass die Bio-Quote der angebotenen Lebensmittel bis Ende 2021 zumindest 50 Prozent und bis Ende 2024 hundert Prozent zu betragen hat. Kann das eine Gemeinde nicht garantieren, könnte es Abstriche bei den Landesbeiträgen für die Personalkosten in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen geben. Diese Landeszuschüsse werden nur in voller Höhe ausbezahlt, wenn dem Gesetz entsprochen wird.

Der Kindergarten in Purbach bietet seit dem September 2018 zu 50 Prozent Bio-Verpflegung an. Bis zum Jahr 2024 möchte der Kindergarten zur Gänze Bio-Produkte anbieten können.

Das Thema Bio-Verpflegung für die Kleinen hat schon länger einen hohen Stellenwert in der Gemeinde in Purbach. „Gesunde Ernährung der Kinder sowie des Personals ist uns im Kindergarten sehr wichtig. Wir sind auch bei ,Gesunde Kindergärten im Burgenland‘ dabei“, so die Leiterin des Kindergartens, Karin Ritter.

Seinen Anfang nahm alles, als im Jahr 2018 der Essensanbieter gewechselt wurde. Nun wird die Verpflegung von der Firma Gourmet bezogen. Preislich hat sich durch den Wechsel nichts geändert. „Dank eines tollen und sehr preiswerten Angebots der Firma Gourmet, wurde die Verpflegung für unsere Kinder nicht teurer“, freut sich Ritter.

Der Fokus beim Kindergarten von Stotzing liegt aktuell noch auf Regionalität. Bio-Produkte finden sich auf dem Speiseplan zwar aktuell noch keine, aber auch das soll sich in naher Zukunft ändern. „Wir haben uns als Ziel vorgenommen, bis zum Ende des Jahres Bio-Verpflegung im Kindergarten zu gewährleisten“, sagt Stotzings Bürgermeister Wolfgang Kostenwein.

Diskussion mit den Essens-Lieferanten

Derzeit wird mit dem Lieferanten des Kindergartens, Gasthaus Gratzer gesprochen, in wie weit eine Bio-Verpflegung von deren Seite möglich ist. Andernfalls soll der Lieferant gewechselt werden.

Auch in Siegendorf ist man gerade in der Vorbereitungsphase. „Bis September wollen wir auf 50 Prozent Bio-Essen im Kindergarten umstellen“, so Bürgermeister Rainer Porics. rzeit versorgt das Gasthaus Sonnenstrahl den Kindergarten, dessen Wirt sich derzeit mit den Vorgaben des Landes auseinandersetzt. In die Umstellung wird auch Diätologin Birgit Brunner miteinbezogen. „Sie wird im April einen Vortrag im Kindergarten halten“, erklärt Gemeinderat Gerhard Leidl (SPÖ), der die Umstellung koordiniert. Ob sich die Kosten ändern, stehe noch nicht fest. „Wir versuchen, diese so vernünftig wie möglich für die Eltern zu machen“, so Porics.

In den Kindergärten in Hornstein und Müllendorf hat man mit September den Anbieter gewechselt. „Die Preise steigen momentan nicht. Wir haben im Kindergarten schon länger einen Bio-Anteil von über 50 Prozent“, erklärt Kindergarten-Leiterin Sigrid Dick. Ihre Müllendorfer Amtskollegin schildert ähnliches, auch sie verwende bereits zur Hälfte Bio-Produkte und wisse „aktuell nichts davon, dass die Preise steigen. Nachdem wir erst im September den Anbieter gewechselt haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass jetzt schon die Preise erhöht werden.“

Preiserhöhungen stehen im Raum

In Steinbrunn verweist man auf die Angebote des Koches, mit dem man eine Kooperation hat: „Dieser hat bereits angekündigt, dass sich etwas tun wird. Genaueres können wird aber noch nicht sagen.“ Noch im Fluss ist die Bio-Umstellung auch im Ruster Kindergarten: „Nun wird erst einmal die Jause umgestellt. Am Mittagessen hat sich bisher noch nichts geändert, daher können wir die Kostenentwicklung noch nicht abschätzen“, heißt es aus der Storchenstadt.

Derzeit scheint es also noch zu früh zu sein, um eine generelle Kostenentwicklung abschätzen zu können. Bereits fix scheint aber, dass die Diskussionen um Für und Wider der Bio-Umstellung wohl weitergehen.