Lärmschutzwand kommt: Wird jetzt alles besser?. Während die einen über die Lärmschutzwand jubeln, hat Jungwinzerin Zweifel und sieht sich in ihrer Existenz bedroht.

Von Doris Fischer. Erstellt am 31. Juli 2019 (06:44)
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Anna Fink stellt sich Fragen. Bringt die bejubelte Lärmschutzwand wirklich den Segen für Großhöflein? Der Lärm soll um zehn Dezibel gesenkt werden.
BVZ

Vergangene Woche machte die Jubelbotschaft um die Errichtung einer Lärmschutzwand entlang der A3 – 1,5 Kilometer lang und fünf Meter hoch – zwischen Großhöflein und Müllendorf die Runde (die BVZ berichtete). Aber nicht jeder ist auch über die Lärmschutzwand glücklich.

Eine davon ist die Großhöfleiner Jungwinzerin, die ihre Bedenken laut äußert. „Es entsteht der Eindruck, dass sich alle Bewohner durch die Autobahn in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen, alle können in der Nacht nicht schlafen, alle fordern eine Lärmschutzwand und nun, da es endlich beschlossene Sache ist, sind alle glücklich und zufrieden“, kritisiert Anna Fink und ergänzt: „Zugegeben, auf den ersten Blick vermag man auch keine Nachteile oder Gefahren einer solchen Baumaßnahme erkennen. Die Wand wird den Lärm der Autobahn, die wir alle, nur so am Rande erwähnt, ausgiebig, gerne und selbstverständlich oftmals das Tempolimit überschreitend mit einem unserer vielen Fahrzeugen nutzen, reduzieren und somit Abhilfe schaffen.“

Mögliche Ernteeinbußen zu befürchten

Die Winzerin sieht ihren Weinbaubetrieb, der teilweise in unmittelbarer Nähe zur Autobahn liegt, von der Maßnahme betroffen. Schon in den vergangenen Jahren ging der Ertrag durch Spätfrost zurück. „Wir können nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, dass es durch die Wand zukünftig vermehr zu Frost und somit zu Ernteeinbußen kommen wird. Aber ausschließen können wir es auch nicht“, gibt die Winzerin an.

Abgesehen davon versteht Fink die Einstellung der Bürgerinitiative (BI) nicht: „Zuerst ist die Lärmschutzwand zu wenig und zu nieder, eine Eintunnelung wird gefordert und jetzt ist man mit der Minimallösung zufrieden.“ Vonseiten der BI heißt es, dass die Wand ausreiche, da es zu keinem Ausbau der A3 komme. Auch aus Müllendorf kommt Kritik: „Auf uns wurde bei der Lösung überhaupt vergessen“, ärgert sich ÖVP-Obmann Berthold Pavitsich.