Prestigeprojekt im Wald: Esterhazy will am Föllig bauen

Erstellt am 09. April 2022 | 05:37
Lesezeit: 3 Min
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Große Pläne. Das alte Jagdhaus am Föllig soll dem neuen zweistöckigen Pannatura-Headquarter weichen. Die Erschließung wird teuer.
Foto: Foto Wagentristl
Das verfallene Jagdhaus in Großhöflein soll dem neuen Pannatura-Headquarter weichen. Auch denkmalgeschütztes Jagdschlössl im Visier.
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Mit einer großen Ankündigung der Esterhazy-Sparte für Land- und Forstwirtschaft, Pannatura, startete vergangene Woche die Großhöfleiner Gemeinderatssitzung: Am Standort des historischen Jagdhauses am Föllig will das Unternehmen sein neues „Headquarter“ errichten.

Ursprünglich war das Trausdorfer Kalanda-Haus angedacht, die Pläne wurden dann aber verworfen. Doch auch am neuen Wunsch-Standort, am Föllig, warten noch einige Mammut-Aufgaben auf die Verwalter der ehemals fürstlichen Wälder. So gibt es etwa weder Strom, Wasser noch Kanal vor Ort. Zwei Kilometer müssen daher neu verlegt werden, auch unter der A3 muss dazu durchgegraben werden. Die Kosten schätzt man beim Unternehmen, das auch selbst dafür aufkommt, „im siebenstelligen Euro-Bereich“ ein. Von der Gemeinde hofft man allerdings auf Unterstützung bei Bürokratie und der Akquise von Förderungen.

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Seit Jahresbeginn unter Denkmalschutz stehend, könnte auch das Jagdschlössl im Zuge der Esterhazy-Pläne am Föllig revitalisiert werden.
Foto: Wagentristl

Auch ein Rendering gibt es für das geplante Prestige-Projekt bereits, dieses ist allerdings nicht öffentlich. „Es gibt bereits Pläne und den höchsten Willen des Direktors (Stefan Ottrubay, Generaldirektor der Esterhazy Gruppe; Anmerkung BVZ) zur Umsetzung“, erklärte ein Vertreter der Esterhazy Gruppe bei der Sitzung. Eine genaue Kostenschätzung ist bisher nicht bekannt.

Das Jagdhaus soll für den zweistöckigen, mit Holz verkleideten Bau weichen. Zur Bewachung und Bewirtschaftung sollen zudem zwei Wohnungen für einen Förster und einen Jäger Platz finden.

50 Jobs statt Jagdhaus, auch Jagdschlössl im Visier

Im neuen Headquarter sollen künftig unter anderem die Manager und die oberste Verwaltung der Forst- und Landwirtschafts-Sparte der fürstlichen Rechtsnachfolger unterkommen —was der Gemeinde natürlich auch einiges an zusätzlichen Einnahmen bringt, erklärte Bürgermeister Heinz Heidenreich, der das Projekt in höchsten Tönen lobte. Nicht nur wegen der Arbeitsplätze, die „in den nächsten zwei Jahren“ in Großhöflein entstehen (darunter auch bestehende Jobs). Auch wegen eines weiteren damit verbundenen Projektes der Esterhazy Gruppe.

Ins Auge gefasst hat man beim größten privaten Waldbesitzer Österreichs auch das (erst seit Jahresbeginn) unter Denkmalschutz stehende Jagdschlössl mitten im Wald am Föllig. In einem nächsten Schritt könnte auch dieses Objekt in Angriff genommen und damit vor dem weiteren Verfall bewahrt werden. Denkbar sei etwa eine gastronomische Nutzung des von Wind, Wetter und Vandalismus übel zugerichteten Schlössls.

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