Bezirk Eisenstadt: See-Nähe lässt Preise steigen. Zwischen 61 und 279 Euro zahlt man im Eisenstädter Bezirk für einen Quadratmeter. Vor allem bei Gemeinden mit Seegrundstücken sind die Preise hoch.

Von Nina Sorger. Erstellt am 15. August 2018 (04:49)
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Das Einfamilienhaus am Land ist der uneingeschränkte Wohntraum der Österreicher. Das hat Raiffeisen Immobilien, die größte heimische Immobilientreuhand-Organisation, nach 2008 nun bereits zum zweiten Mal in einer repräsentativen Studie erhoben.

31 Prozent der 2018 Befragten wünschen sich ein solches, auf Platz zwei landet mit 22 Prozent das Einfamilienhaus am Stadtrand. Letzteres ist vor allem bei Großstädtern, primär aus der Bundeshauptstadt, sehr beliebt. Von einer Mietwohnung träumen nur zehn Prozent der Österreicher.

Die Mehrheit der Österreicher (52 Prozent) wohnt laut Studie allerdings im Eigentum.

„Kompaktere Einheiten sind leistbarer“

Deutliche Veränderungen zeigen sich im Zeitverlauf bei der Frage nach der Größe der Traumimmobilie. Wünschten sich 2008 noch 23 Prozent der Befragten mehr als 150 Quadratmeter Wohnfläche, tun dies 2018 nur mehr 15 Prozent. Kleinere Einheiten mit bis zu 100 Quadratmeter sind hingegen deutlich beliebter.

Peter Weinberger, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland und Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich: „Der Trend zu kleineren Einheiten hängt mit den gestiegenen Baukosten und Immobilienpreisen zusammen. Kompaktere Einheiten sind leistbarer – die Österreicherinnen und Österreicher sind offenbar Realisten, auch wenn es um ihre Traum-Immobilie geht!“

Auch im Bezirk Eisenstadt steigen die Preise in allen Kategorien, weiß der Landesinnungsmeister der Immobilienmakler, Günter Buchinger: „Im Burgenland wurden wir jahrelang größtenteils unter unserem Wert gehandelt, jetzt holen wir preislich auf.“

„Seegrundstücke sind immer teurer“

Der Preisanstieg ist für Buchinger vor allem durch die Nähe zu Wien begründet: „Unsere Wien-Nähe, die Autobahnanbindung und vor allem die ländliche Lebensqualität zieht immer mehr Menschen aus Wien vor allem in die nördlichen Bezirke des Burgenlandes. Die Nachfrage bestimmt den Preis, der durch diese Entwicklung, aber auch durch die Siedlungsgenossenschaften stetig steigt.“

Die Landeshauptstadt hat – aus genau diesen Gründen – mit fast 170 Euro pro Quadratmeter die zweithöchsten Grundstückspreise im Bezirk, allerdings: „Das ist ein Durchschnittswert. Es gibt in Eisenstadt auch Preise jenseits der 300 Euro pro Quadratmeter, und auch die schrecken jemanden, der etwa aus Wien kommt“, nicht ab“, so der Eisenstädter Immobilienexperte Matthias Zachs.

Generell gibt es im Bezirk ein starkes Gefälle: Einem Grundstückspreis von 61 Euro in Schützen oder Loretto stehen satte 279 Euro pro Quadratmeter in Oggau gegenüber. Dafür verantwortlich ist, laut den Experten, ebenfalls die Lage: „Seegrundstücke sind immer teurer, während man in der Ebene moderatere Preise zahlt“, so Buchinger. Vor allem in Oggau sorgen die Preise des künstlich angelegten Seeparks Oggau auf dem Areal der ehemaligen Seekaserne für einen hohen Durchschnittspreis.