Schulleiter-Visionen für den "Wolfgarten". Sport und IT, aber auch Humanismus und Sprachen: Die Visionen der neuen Schulleiter für den „Wolfgarten“.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 22. November 2020 (04:34)
Maximilian Hrazdil ist neuer Interimsleiter der Tagesheimschule.
Sarah Kaspar

Die beiden neuen Interims-Leiter des Gymnasiums der Diözese, Andrea Berger-Gruber und Maximilian Hrazdil, sprachen mit der BVZ über die Zukunft des „Wolfgartens“.

BVZ: Wie habt ihr die Suspendierung und Entlassung von Ex-Direktor Josef Mayer erlebt?

Maximilian Hrazdil: Generalvikar Martin Korpitsch kam mit Screenshots des Anti-Flüchtlings-Posting auf uns zu, währenddessen hat die Diözesanleitung die rechtliche Grundlage geklärt und mit dem Bischof die Suspendierung beschlossen. Am folgenden Tag, dem 3. November, sind wir ins Gymnasium gegangen, haben Mayer informiert und ihn gebeten, das Haus zu verlassen. Es gab wilde Spekulationen unter Lehrern und Schülern, die bis zu einem angeblichen Corona-Cluster reichten. Daher haben wir nach Rücksprache mit der Bildungsdirektion am 4. November in einer Kurzkonferenz alle Beteiligten informiert. Es wurden uns viele Anschuldigungen an Hofrat Mayer zugetragen, diese werden rechtlich geprüft. Die Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion läuft hier sehr gut. Hofrat Mayers Englisch-Stunden konnten intern verteilt werden. Es kommt ja immer wieder vor, dass Lehrer länger ausfallen.

Wie ist Euer erster Eindruck von der Stimmung in der Schule?

Andrea Berger-Gruber: Im Gespräch mit Schülern, Eltern und Lehrern hat sich gezeigt, dass alle Beteiligten sehr motiviert und zum gemeinsamen Aufbruch bereit sind. Es wurde überlegt, wie die Schule einen europäischen Weg, der sich noch stärker an humanistischer Bildung orientiert, einschlagen kann. Für uns als mit der Leitung Betraute zeigt sich der Wunsch, die Schüler der kommenden ersten und fünften Klassen für eine ganzheitliche Allgemeinbildung zu begeistern.

Andrea Berger-Gruber ist die neue interimistische Direktorin des „Wolfgarten“.
Nicole Oberhofer

Zum pädagogischen Status Quo: Was werden Sie beibehalten oder verstärken, was soll sich ändern?

Hrazdil: Wir haben viele tolle Bausteine gefunden, die wir aufgreifen wollen und zu wichtigen Säulen machen wollen. Da wäre natürlich Fußball und Leichtathletik. Das wollen wir weiterführen, das läuft sehr gut. Im Künstlerischen wie der Brass Musik sehen wir noch viel Potenzial – gerade in der Haydn-Stadt Eisenstadt mit dem Joseph Haydn-Konservatorium quasi als Nachbar. Gerade als Kirche sind wir ja ein wichtiger Träger von Kultur und müssen darauf setzen. Dann wäre da noch der Sprachen-Bereich. Klassische Sprachzertifikate wie das Cambridge Certificate fehlen noch, das soll eingeführt werden.

Wie sehen Sie die Zukunft des Gymnasiums?

Berger-Gruber: Die Voranmeldungen für das nächste Schuljahr laufen sehr gut. Wir haben derzeit 360 Schüler – eine gute Zahl, die wir halten wollen und können. Natürlich haben wir Konkurrenz zum Beispiel durch die BHS oder andere Oberstufen. Gernerell bedarf es natürlich der gewissen Marketing-Anstrengung unserer Lehrer, auf die Viertklässler in den Volksschulen aktiv zuzugehen. Das geht auch in Corona-Zeiten, hier planen wir Videokonferenzen und Online-Schnuppertage. Generell ist ja Digitalisierung sehr gefragt – von den Eltern wie vom Arbeitsmarkt. Das werden wir stärken. E-Learning soll auch über die Corona-Zeit hinaus ausgebaut werden. Lerncoaching, Peer Mediation und Soft Skills sollen in diese Richtung entwickelt werden.

Wie soll der Aspekt des Christlichen an dieser katholischen Privatschule gelebt werden?

Berger-Gruber: Ich habe in meinen „Wünschen für den Wolfgarten“ (siehe „Zitiert“-Box) das Ziel formuliert, dass Kinder und Lehrer hier christliche Werte vorgelebt bekommen und so auch selbst zu leben lernen.

Hrazdil: Konkret denken wir daran, das Schul-Angebot durch neubelebte Schul-Pastoral zu erweitern. Gerade im Alter von zehn bis 18 brauchen Jugendliche eine Begleitung bei ihrer rasanten Entwicklung. „Katholische Privatschule“ soll nicht nach „Elite-Gymnasium“ klingen, diesen Narrativ mögen wir nicht. Wir wollen nicht „etwas Besseres“ sein, sondern einen Lernort schaffen, damit Menschen die Schule verlassen, die das Burgenland weiterbringen.

Wie kommt die Schule durch die Corona-Krise?

Hrazdil: Die Schüler sind gut vorbereitet. Natürlich spitzt es sich manchmal zu, aber die Lehrer sind angehalten, beim Stundenplan ein gesundes „Miteinander“ zu finden.

Die beiden neuen Interims-Leiter des Gymnasiums der Diözese, Andrea Berger-Gruber und Maximilian Hrazdil, sprachen mit der BVZ über die Zukunft des „Wolfgartens“.

BVZ: Wie habt ihr die Suspendierung und Entlassung von Ex-Direktor Josef Mayer erlebt?

Maximilian Hrazdil: Generalvikar Martin Korpitsch kam mit Screenshots des Anti-Flüchtlings-Posting auf uns zu, währenddessen hat die Diözesanleitung die rechtliche Grundlage geklärt und mit dem Bischof die Suspendierung beschlossen. Am folgenden Tag, dem 3. November, sind wir ins Gymnasium gegangen, haben Mayer informiert und ihn gebeten, das Haus zu verlassen. Es gab wilde Spekulationen unter Lehrern und Schülern, die bis zu einem angeblichen Corona-Cluster reichten. Daher haben wir nach Rücksprache mit der Bildungsdirektion am 4. November in einer Kurzkonferenz alle Beteiligten informiert. Es wurden uns viele Anschuldigungen an Hofrat Mayer zugetragen, diese werden rechtlich geprüft. Die Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion läuft hier sehr gut. Hofrat Mayers Englisch-Stunden konnten intern verteilt werden. Es kommt ja immer wieder vor, dass Lehrer länger ausfallen.

Wie ist Euer erster Eindruck von der Stimmung in der Schule?

Andrea Berger-Gruber: Im Gespräch mit Schülern, Eltern und Lehrern hat sich gezeigt, dass alle Beteiligten sehr motiviert und zum gemeinsamen Aufbruch bereit sind. Es wurde überlegt, wie die Schule einen europäischen Weg, der sich noch stärker an humanistischer Bildung orientiert, einschlagen kann. Für uns als mit der Leitung Betraute zeigt sich der Wunsch, die Schüler der kommenden ersten und fünften Klassen für eine ganzheitliche Allgemeinbildung zu begeistern.

Zum pädagogischen Status Quo: Was werden Sie beibehalten oder verstärken, was soll sich ändern?

Hrazdil: Wir haben viele tolle Bausteine gefunden, die wir aufgreifen wollen und zu wichtigen Säulen machen wollen. Da wäre natürlich Fußball und Leichtathletik. Das wollen wir weiterführen, das läuft sehr gut. Im Künstlerischen wie der Brass Musik sehen wir noch viel Potenzial – gerade in der Haydn-Stadt Eisenstadt mit dem Joseph Haydn-Konservatorium quasi als Nachbar. Gerade als Kirche sind wir ja ein wichtiger Träger von Kultur und müssen darauf setzen. Dann wäre da noch der Sprachen-Bereich. Klassische Sprachzertifikate wie das Cambridge Certificate fehlen noch, das soll eingeführt werden.

Wie sehen Sie die Zukunft des Gymnasiums?

Berger-Gruber: Die Voranmeldungen für das nächste Schuljahr laufen sehr gut. Wir haben derzeit 360 Schüler – eine gute Zahl, die wir halten wollen und können. Natürlich haben wir Konkurrenz zum Beispiel durch die BHS oder andere Oberstufen. Gernerell bedarf es natürlich der gewissen Marketing-Anstrengung unserer Lehrer, auf die Viertklässler in den Volksschulen aktiv zuzugehen. Das geht auch in Corona-Zeiten, hier planen wir Videokonferenzen und Online-Schnuppertage. Generell ist ja Digitalisierung sehr gefragt – von den Eltern wie vom Arbeitsmarkt. Das werden wir stärken. E-Learning soll auch über die Corona-Zeit hinaus ausgebaut werden. Lerncoaching, Peer Mediation und Soft Skills sollen in diese Richtung entwickelt werden.

Wie soll der Aspekt des Christlichen an dieser katholischen Privatschule gelebt werden?

Berger-Gruber: Ich habe in meinen „Wünschen für den Wolfgarten“ (siehe „Zitiert“-Box) das Ziel formuliert, dass Kinder und Lehrer hier christliche Werte vorgelebt bekommen und so auch selbst zu leben lernen.

Hrazdil: Konkret denken wir daran, das Schul-Angebot durch neubelebte Schul-Pastoral zu erweitern. Gerade im Alter von zehn bis 18 brauchen Jugendliche eine Begleitung bei ihrer rasanten Entwicklung. „Katholische Privatschule“ soll nicht nach „Elite-Gymnasium“ klingen, diesen Narrativ mögen wir nicht. Wir wollen nicht „etwas Besseres“ sein, sondern einen Lernort schaffen, damit Menschen die Schule verlassen, die das Burgenland weiterbringen.

Wie kommt die Schule durch die Corona-Krise?

Hrazdil: Die Schüler sind gut vorbereitet. Natürlich spitzt es sich manchmal zu, aber die Lehrer sind angehalten, beim Stundenplan ein gesundes „Miteinander“ zu finden.

Ich wünsche mir, dass an dieser Schule Kinder und junge Menschen in ihrer Ganzheitlichkeit wahrgenommen werden und sie sich in ihrer Einzigartigkeit bestmöglich entfalten können – aktiv, selbstbestimmt und bestens begleitet.

Ich wünsche mir, dass diese Schule ein Ort ist, an dem sich Lernende wie Lehrende wohl fühlen, christliche Werte vorgelebt bekommen und selbst leben lernen.

Ich wünsche mir, dass Kinder in dieser Atmosphäre eine fundierte humanistische Bildung bekommen und sich dabei ihren eigenen Antrieb, ihre Neugierde und die Freude an neuem Wissen erhalten.

Ich wünsche mir, dass die Schüler mit der Herzensbildung und dem erworbenen Wissen ihre Zukunft selbstbestimmt und gut meistern können und glücklich werden.