Eisenstädter Schüler verzichteten 14 Tage aufs Handy. Eine zweite Klasse des Theresianums Eisenstadt will zwei Wochen lang auf Handys verzichten. Das hat positive Folgen.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 11. Februar 2020 (17:58)
Handy-Fasten. „Das gibt‘s doch nicht, dass die Kinder immer nur auf ihr Handy schauen“, dachte sich Susanne Koller. Damit war die Idee des Handy-Fastens geboren. Am Foto hinten stehend: Bürgermeister Ernst Edelmann, Susanne Koller, Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf; vorne sitzend: Lorena, Magdalena und Bernie. Foto: M. Wagentristl
Markus Wagentristl

Die drei Mädels wirken überraschend cool, als sie Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf ihr neues Schulprojekt präsentieren: Lorena aus Siegendorf, Magdalena aus Eisenstadt und Bernie aus Wimpassing wollen 14 Tage lang auf ihr Handy verzichten. Insgesamt 24 Schüler der 2C aus dem Theresianum Eisenstadt machen mit beim „Handyfasten“.

Ein einziger Schüler war ausgenommen - aus gutem Grund

Nur ein Bursch ist nicht dabei, der hat aber einen guten Grund: Er ist bei der Feuerwehr und braucht das Handy, um über Einsätze informiert zu werden, erklärt die Klassenvorständin Susanne Koller.

Sie hat die Elfjährigen auch auf die Idee gebracht, nachdem sie im letzten Jahr schon eine Woche lang Handyfasten durchgestanden haben. „Die Kinder reden wieder mehr miteinander und auch ihre Roller haben sie wieder ausgepackt“, ist Koller vom pädagogischen Konzept dahinter überzeugt.

„Auf TikTok und WhatsApp zu verzichten, fällt uns am schwersten“, haben die drei Mädchen immerhin noch gut lachen. Bei Notfällen (zum Beispiel, wenn sie den Bus verpassen) dürfen sich die Kinder ein Handy ausborgen. Ansonsten gibt es ja das „Ersatzhandy“: Einen guten, alten Notizblock.

Eisenkopf und der Wimpassinger Bürgermeister Ernst Edelmann haben gerade die Fragebögen der Kinder ausgefüllt. Beide haben dabei angegeben, dass sie gerne weniger aufs Handy schauen würden. Aber berufsbedingt ist das schwer möglich, Erreichbarkeit bedeutet in der Politik nun mal alles.

„Aber ich versuche mir ein Beispiel an den Kindern zu nehmen“, lacht Eisenkopf.