Die Magie des Elternwerdens

Anlässlich des Muttertages (9. Mai) sprach die BVZ mit der Hebamme Sandra über den Moment, der aus Frauen Mütter macht – und wieso dieser den ihren Beruf so toll macht.

Erstellt am 09. Mai 2021 | 03:23
Symbolbild Baby Neugeborenes
Symbolbild
Foto: Shutterstock, Looker_Studio

Sandra ist hart im Nehmen. Ob sie Reaktionen auf ihre Covid-Impfung hatte? „Ein bisschen Schüttelfrost, aber das nehm ich gern in Kauf“. Wie ist die Arbeitsbelastung in Corona-Zeiten? „Wir sind immer unterbesetzt, da es zu wenig Hebammen gibt, die Arbeitsbelastung also gleich hoch.“ Und wie ist ein Berufs-Start in Corona-Zeiten? „Ok, an die Maske musste ich mich gewöhnen.“ Gut, also dann keine Corona-Fragen mehr.

Mehr als nur ein Job

Aber bei der Frage, warum sie eigentlich Hebamme werden wollte, beginnt die junge Guntramsdorferin (NÖ) so richtig zu strahlen. „Ich hab schon als Kind in Freundschaftsbücher geschrieben, dass ich Hebamme werden will“, erinnert sie sich. Diese Erinnerung kam während ihrer begonnenen wirtschaftlichen Ausbildung zurück. Sie machte ein Schnupperpraktikum, war begeistert, ließ die Wirtschaft Wirtschaft sein und meldete sich zur Hebammen-FH in Krems an. Dort ist es nicht leicht reinzukommen, es gibt mehr als zehnmal so viele Anmeldungen als Plätze. Sandra kam sofort rein.

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Social Distancing statt Sponsion

„Angehende Mütter können während der Geburt schon schnippisch sein. Aber das sind sie dann eher den Vätern gegenüber.“

Und durchgezogen hat sie es auch. Sechs Semester später bekam sie ihren Bachelor – und die Welt einen bisher noch nicht dagewesenen Virus, der Sandras Kolleginnen um ihre Sponsions-Feier brachte. Das Praktikum im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt war aber mehr als ein Trostpflaster. Seit September ist Sandra nun im größten Spital des Landes, gleich der erste Tag hatte es in sich: Erst ein Kaiserschnitt, dann eine Spontangeburt. „Für mich war klar, dass ich in Eisenstadt bleiben will, das Team ist toll.“ Im langjährigen Schnitt kommen bis zu 1.000 Babies pro Jahr in Eisenstadt auf die Welt, der Job der zehn Hebammen der Geburtenstation ist also krisensicher.

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BVZ

Aber ist er auch so, wie er in Hollywood-Filmen dargestellt wird? „Überhaupt nicht, das Rundherum ist eigentlich genau so wichtig wie die Geburt“, erklärt Sandra, die die Mütter vom Babywunsch bis zum Abstillen begleitet. Highlight ist aber natürlich die Geburt. Und auch wenn Sandra jetzt schon ein paar davon gesehen hat: „Der Moment, wenn ein Paar zu Eltern wird, ist etwas ganz Besonderes.“ Von dieser Magie des Moments erzählt sie auch, wenn sie im Freundeskreis auf ihren Beruf angesprochen wird. Das passiere oft und die Reaktionen seien immer positiv, ist Sandra stolz.

Ihre Bilanz nach einem Dreivierteljahr? „Es ist immer noch mein Traumberuf, ich kann allen Interessenten nur empfehlen, einmal ein Schnupperpraktikum auszuprobieren“, strahlt sie. Wenn man sich einmal an den Schichtdienst gewöhnt hat, stimmt auch die Work-Life-Balance und mit dem Gehalt ist Sandra ebenfalls zufrieden.

Natürlich braucht es eine dicke Haut, angehende Mütter können während der Geburt schon schnippisch sein. Sandra lacht: „Aber das sind sie dann eher den Vätern gegenüber.“