Coronavirus: Eisenstädter Häftlinge nähen Schutzmasken. Die Schneiderei in der Justizanstalt Eisenstadt fertigt 1.000 Stück Schutzmasken für das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder an.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 25. März 2020 (05:16)
Die Insassinnen, betreut von Justizwachebeamtin Nadine Wessely, beim Nähen der Schutzmasken für das Krankenhaus Eisenstadt.
zVg/JA

In ganz Österreich ist man derzeit händeringend auf der Suche nach Schutzausrüstung, um zumindest das medizinische Fachpersonal im Kontakt mit infizierten Menschen schützen zu können. Die Lager sind leer, Nachschub weltweit nur mühsam zu bekommen. Da ist Hilfe gefragt und wenn man diese aus nächster Nähe bekommen kann, ist das in Krisenzeiten wie diesen ein Glücksfall.

„Wir haben ein Musterstück bekommen und genaue Anweisungen durch das Krankenhauspersonal.“Manuela Müller, Abteilungsleiterin in der Frauenabteilung der Justizanstalt

Das Krankenhaus Eisenstadt trat mit einem Großauftrag an die Justizanstalt Eisenstadt heran. Durch einen Justizwachebeamten hatte man zufällig erfahren, dass die Justizanstalt eine Näherei betreibt, in der Insassinnen der Frauenabteilung tätig sind.

Manuela Müller, ausgebildete Schneiderin und Abteilungsleiterin in der Frauenabteilung der Justizanstalt, berichtet: „Wir haben ein Musterstück bekommen und genaue Anweisungen durch das Krankenhauspersonal, wie die Schutzmasken angefertigt werden sollen.“

Zwischen zwei Stofflagen wird Vlies eingelegt, die einzelnen Lagen werden miteinander vernäht, außen werden Stoffbänder befestigt, mit denen die Schutzmaske später festgebunden werden kann. „Neun Insassinnen sind seit 17. März mit dem Anfertigen der Schutzmasken beschäftigt“, freut sich Manuela Müller. Teilweise arbeiten die Frauen sogar in ihrer Freizeit im Haftraum sowie am Wochenende während der langen Einschlusszeiten weiter.

Die bestellten 1000 Stück Schutzmasken können innerhalb eines Zeitraums von zwei bis drei Wochen angefertigt werden.

„Mit dieser Tätigkeit kommen wir dem Strafvollzugszweck der Resozialisierung nach“, sagt Anstaltsleiter Harald Lipphart-Kirchmeir. „Wir hoffen, dass auch nach der Corona-Krise genügend Aufträge für die sinnvolle Beschäftigung unserer Insassinnen eintreffen.“