Die Geschichte des Donnerskirchner Martinsschlössl. Der Bau in Donnerskirchen wurde im Laufe der Zeit zerstört und renoviert.

Von Lisa-Marie Zehetbauer. Erstellt am 27. September 2019 (12:53)
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Unter anderem wird das Martinsschlössl heute von einem rot-goldenen Schwammerlzüchtern genutzt. Im Bild Gründer Max Höller.
Pyzbuam

Das Martinsschlössl, in dem jetzt die Genuss Burgenland ihren Platz gefunden hat, ist für das Burgenland von historischer Bedeutung. Es hatte einst als Gutshof der Esterházys Wein und andere Kostbarkeiten gelagert, die als Teil der Besoldung des damaligen Hofkapellmeisters Joseph Haydn dienten.

Bewegte Geschichte und dunkle Kapitel

Schon im 14. Jahrhundert war hier ein Edelhof mit Grundbesitz und Mühlen anzufinden, der Bau fiel der Brandschatzung der Bocskay-Truppen Anfang des 17. Jahrhunderts zum Opfer. 1611 erwarb ihn der Freiherr Christoph von Leisser und baute ihn im Renaissancestil wieder auf. 1937 kaufte die Gemeinde Donnerkirchen das Gebäude um 25.000 Schilling.

Die Hälfte der Anlage wurde geschliffen, da sich eine Erhaltung nicht mehr auszahlte. Dabei handelte es sich um den nicht unterkellerten Teil des Komplexes. In den Kriegsjahren wurde der Keller des Schlössls als Lager verwendet, indem ungarische Zwangsarbeiter für den Bau des Ostwalls schanzen mussten. Später erzählten Zeitzeugen von grausamen Bedingungen, denn viele hatten das Lager nicht überlebt. 1956 kaufte die St.Martinus Genossenschaft, eine Winzergenossenschaft die Liegenschaft.

1964 wurde die Weinbau- und Vertriebsgenossenschaft „Martinschlössl“ von der St. Martinus Genossenschaft abgespalten. In den letzten Jahrzehnten war auch ein Haubenlokal und ein Restaurant der Familie Engel untergebracht. Die Familie Engel ging Ende 2013 in den Ruhestand. 2014 wurde das Martinsschlössl an den Verein Genuss Burgenland verpachtet.

Der Verein renovierte das historische Gebäude mit viel Feingefühl und Rücksichtnahme auf die Substanz. Ein neuer Zubau wurde hergestellt, am 14. Mai 2015 öffnete das Martinsschlössl im neuen Glanz seine Pforten.

Workshops, Seminare und Hochzeitsfeiern

Heute hat man die Möglichkeit, eine standesamtliche Hochzeit im Innenhof oder in der Weinkapelle zu feiern. Das anschließende Festtagsessen und die Hochzeitsfeier findet in den Gemäuern eines einstigen Edelgutes statt. Auch Weihnachtsfeiern, Meetings, Seminare und Workshops, wie „Brot backen wie früher“ oder „Gesunde Naschereien“ finden dort statt.