Cleo Ruisz: „Mein Beruf ist auch Berufung“

Erstellt am 09. Mai 2022 | 18:24
Lesezeit: 5 Min
Cleo Ruisz
Frohnatur. Die Hornsteiner Künstlerin Cleo Ruisz hat sich mit ihrem Atelier in Donnerskirchen einen Lebenstraum erfüllt. Bei ihren Arbeiten dreht sich aktuell alles um den besten Freund des Menschen und Tiere im Allgemeinen.
Foto: zVg
Die Hornsteiner Künstlerin Cleo Ruisz lässt ihre Tierliebe auch in ihre Werke einfließen. Im Mittelpunkt stehen Mensch und Tier.
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Beim Betreten des lichtdurchfluteten Ateliers von Künstlerin Cleo Ruisz in Donnerskirchen schießt einem direkt der Geruch von Acrylfarben in die Nase. Mit ihrem Atelier hat sich die 62-Jährige einen großen Lebenstraum erfüllt. Mittlerweile kann sie sich vor Privataufträgen und geplanten Ausstellungen kaum retten. Doch das war nicht immer so, der Weg bis zur Erfüllung ihres Traums war steinig, erzählte sie der BVZ bei einem Besuch in ihrem Atelier.

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Foto: zVg

Cleo Ruisz kam bereits mit dem Bleistift zur Welt, wie sie selbst sagt. Bereits als Kind malte sie für ihr Leben gern. Während sich andere Kinder Puppen zu Weihnachten wünschten, wollte die kleine Cleo nur Wasserfarben und einen Malblock. Nachdem sie in Hornstein aufwuchs, zog sie im Alter von 19 Jahren nach Wien. Dort führte sie ihre Leidenschaft zur Malerei fort, indem sie mit ihrer Kamera durch die Straßen zog und Leute fotografierte, um diese anschließend zu malen. „Ich kannte dort anfangs niemanden, was sollte ich auch sonst machen“, erinnert sich die Künstlerin zurück.

Während die Kunst in den darauffolgenden Jahren immer nur ein Hobby blieb, probierte sich Ruisz an den verschiedensten Berufen. Angefangen von einer Servicekraft, einer Sekretärin, bis hin zur Selbstständigkeit mit einer Vermittlungsagentur, war alles dabei. Ihre eigentliche Passion, die Kunst verlor sie dabei nie aus den Augen, konnte diese aber nie so ausleben wie sie wollte. „Mir fehlte in jüngeren Jahren einfach der Mut, um mich als Künstlerin selbstständig zu machen. Aber ich wusste meine Zeit kommt noch“, so die Hornsteinerin.

„Eine Tür schließt sich, eine andere geht auf“

Im Jahr 2000, als ihre Tochter groß genug war, war sie dann auch bereit ein neues Kapitel aufzuschlagen, das Kapitel ihres Lebens. „Eine Tür schließt sich, eine andere Tür öffnete sich“, lacht Ruisz. So machte sie sich endlich als Künstlerin selbstständig. Mittels Auftragsarbeiten, nationalen und internationalen Ausstellungen, Workshops und Malreisen ist sie sehr viel beschäftigt. Sie arbeitet in verschiedenen Techniken wie Acryl, Öl, Pastell, Bleistift. Ihr Lieblingsplätzchen, wo ihre Ideen nur so sprudeln, ist natürlich ihr Atelier in Donnerskirchen, wo ihre einzigartigen Werke entstehen.

Tierportraits, die zum Lachen bringen sollen

Auch wenn sie schon immer gerne Menschen porträtierte, entdeckte sie durch Zufall die Liebe für Tierportraits. Auch wenn sie immer schon mit vielen Haustieren aufwuchs und immer schon ein sehr tierlieber Mensch war, entdeckte sie ihre Leidenschaft für Tierportraits auf Facebook.

„Zufällig bin ich auf ein sehr witziges Hundefoto von dem Fotograf Christian Vieler gestoßen. Dieses Bild fesselte mich dermaßen, sodass ich den Hund sofort porträtierte und zack war meine Leidenschaft für Tierportraits geborgen“, erzählt die Künstlerin. Viele lassen seither ihren Vierbeiner von Cleo Ruisz auf der Leinwand verewigen. Dabei setzt sie auf einen Mix von vielen bunten Farben. Das Ziel der Künstlerin ist es, die Menschen zum Strahlen zu bringen. Wenn Menschen eine Ausstellung besuchen, ihre Bilder ins Auge fassen und dabei lächeln, lächelt auch die 62-Jährige. „Ich möchte das die Menschen eine Freude an meinen Bildern haben. Ich möchte positive Gefühle in ihnen auslösen“, so die Künstlerin. Und das schafft sie, auch indem sie ihre Tierliebe durch Portraits zum Ausdruck bringt. „Am liebsten hätte ich einen ganzen Bauernhof zu Hause, aber man kann nun mal nicht alles haben“, lacht die Hornsteinerin. Aktuell kann man eine Ausstellung im Seerestaurant in Neufeld besuchen. Eigens dafür malte sie sieben große Leinwandbilder mit bekannten österreichischen Persönlichkeiten und Hunden. Die witzigen Namen ihrer Portraits sind dabei stets Programm. Mit Namen wie „Niko Van der Tüten“ oder „Pauli von der Zuckerschnute“ bringt sie die Besucher ihrer Ausstellungen ebenfalls zum Schmunzeln.

Am 22. Mai, am Tag des offenen Ateliers kann man sich selbst vom Können der Frohnatur überzeugen und sie in ihrem Atelier in Donnerskirchen besuchen. Außerdem findet ihr nächster Workshop von 1. bis 5. Juni in Filzmoos statt.

Wenn Cleo Ruisz auf die letzten 32 Jahre als Künstlerin zurückblickt, dann bleibt ihr nur eines zu sagen: „Mein Beruf ist meine Berufung. Ich lebe meinen Traum“. Und das sieht man ihr auch tatsächlich an. Selten zuvor ist einem ein Mensch mit solch einer inneren Ruhe und positiven Lebenseinstellung begegnet. Durch ihren Beruf als Künstlerin habe die 62-Jährige zu sich selbst gefunden und sei nun mit sich selbst im Reinen. „Alles kommt zur rechten Zeit, man muss nur genügend Vertrauen in sich selbst haben.“

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