Reihenhaus-Bau: Folder als Aufreger

Erstellt am 28. Januar 2022 | 03:02
Lesezeit: 3 Min
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Neubau-Projekt. Die „Neue Eisenstädter“-Wohnbaugenossenschaft errichtet auf dem Areal des Esterházyschen Meierhofs eine Reihenhausanlage.
Foto: zVg
Bürgerforum kritisiert „Ungereimtheiten“ vor Hintergrund des neuen Bebauungsplans in Hornstein - der Ortschef kontert.
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Ein Folder der „Initiative Zukunft Hornstein“ (IZH), der dieser Tage an die Haushalte ging, sorgt in der Gemeinde für Diskussionsstoff.

Die IZH stellt darin am Beispiel des derzeitigen Baus einer Reihenhausanlage am Meierhofareal angebliche „Ungereimtheiten“ in den Raum. Im Fokus der Kritik: Die Gemeindeführung, insbesondere ÖVP-Bürgermeister Christoph Wolf „als 1. Instanz der Baubehörde“, wie es seitens der IZH heißt.

Zur Vorgeschichte: Im November des Vorjahres wurde im Gemeinderat eine Änderung des Bebauungsplans für den Ort beschlossen, – die BVZ hat berichtet. Damit soll festgelegt werden, wie und wohin Hornstein wächst. Das Credo der Bürgermeister-Partei: für gesundes Wachstum, gegen verdichteten Wohnbau. Bis 21. Dezember 2021 konnten Interessierte in den im Rathaus aufliegenden Bebauungsplan Einsicht nehmen und „begründete schriftliche Erinnerungen“ zu den Änderungen eingebracht werden.

Eine Stellungnahme dazu stammt von der IZH, die in weiterer Folge auch den anfangs erwähnten Folder herausgab. Entgegen diverser anderslautender Medienberichte wolle man nicht das Reihenhaus-Projekt an sich kritisieren, betont Robert Pinzolits. Man wolle vielmehr „öffentliche Versprechungen des Bürgermeisters“ mit der „tatsächlichen Umsetzung“ des Reihenhaus-Projekts in Zusammenhang stellen, welche „ohne Rücksicht auf die Zielsetzungen des neuen Bebauungsplans“ erfolge. Der IZH gehe es um „transparente, die Bürger vertretende Arbeit: „Wir greifen das Thema auf, weil es von öffentlichem Interesse ist und es sonst niemand tut.“

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Dialog- und Bürgerforum. Die „Initiative Zukunft Hornstein“ sieht sich als „Beobachter des (auch politischen) Geschehens in der Gemeinde“.
Foto: zVg

Konkret stößt sich die Bürgerinitiative etwa daran, dass der neue Bebauungsplan ein Minimum von 350 Quadratmeter Eigengrund pro Wohneinheit vorsehe, man seitens Experten in den eigenen Reihen bei der Reihenhausanlage aber nur 224 Quadratmeter errechnet habe. Von einem Stopp für verdichteten Wohnbau könne keine Rede sein, wenn bei Bauteil 1 mehr Wohneinheiten als „gemäß Bebauungsplan hier gebaut werden könnten“, „hineingepresst“ würden. Und auch vom propagierten leistbaren Wohnen sei mit Gesamtkosten von rund 430.000 Euro pro Wohneinheit keine Spur.

Der Baubescheid datiere vom Frühjahr 2021, also lange vor Inkrafttreten des neuen Bebauungsplans, kontert der Bürgermeister. Die Unterteilung von Bauplätzen, „wie es die IZH macht“, sei „willkürlich“ und „schlichtweg rechtlich falsch“. Es sei ihm immer wichtig, gewesen, „dass wir keine verdichtete Wohnhausanlage um die Scheune bekommen“, betont Wolf: „Es gab unter meinen Vorgängern mehrere Projekte mit mehr als 200 Wohnungen auf dem Areal“, die man verhindert habe.

Eigenheime würden für junge Leute immer schwerer leistbar, räumt Wolf ein: „Aber ich kenne leider kein neues Haus inklusive Grundstück mit einer Wohnfläche von knapp 110 Quadratmetern und Keller, das man in Hornstein oder Umgebung aktuell um 430.000 Euro kaufen kann.“ Für sachlichen Dialog stehe er „immer zur Verfügung“, „Anpatzen und Schlechtreden sind jedoch nicht mein Stil.“ Einwendungen zum Bebauungsplan würden in der Gemeinderatssitzung am 21. Februar behandelt, so Wolf.

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