So wird 2021 in Eisenstadt

Es wird ein Jahr der Widersprüche: Einerseits kommen mehr Bäume und Radwege, andererseits mehr Autos und Baustellen.

Erstellt am 31. Dezember 2020 | 05:45
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Die Siedlung Kirchäcker Ost (rechts) wird die Heimat von bis zu 2.000 neuen Eisenstädtern – eine große Herausforderung für die Infrastruktur der Kleinstadt.
Foto: Markus Wagentristl

Ihre beiden größten Zukunftsprojekte werden die Stadt noch etwas länger als 2021 begleiten: In die Kirchäcker Ost und das Esterhazy „Schlossquartier“ werden wahrscheinlich ab 2022 über 2.000 neue Landeshauptstädter einziehen. Das bringt die Stadt an die 16.500 Einwohner- Grenze, die sich die Stadt im „Stadtentwicklungsplan (STEP) 2030“ sich selbst auferlegt hat.

Damit verbunden ist auch wieder einmal die Frage des Stadt-Verkehrs. Diese ist einerseits mit Hoffnungen verbunden, wie beim Schlossquartier. Hier wird derzeit – wie die BVZ erfuhr – ein völlig neues und deutlich entschleunigtes Verkehrskonzept im Bereich des Schlosses und des allmorgendlichen Nadelöhrs, der Kreuzung Gloriette-Allee, überlegt.

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Bei den Kirchäckern warnt die Opposition bereits jetzt vor dem Verkehrskollaps, die Stadt versuchte dem mit einem neuen Ampelsystem im Bereich der Wirtschaftskammer zuvorzukommen. Klar ist: 2.000 Zuzügler müssen Geschäfte und Schulen erreichen, diese sind nur teilweise in Fußgehdistanz. Es kommen also schlagartig mehr Autos in die Stadt – aber auch das Radnetz wird ausgebaut.

Auf das Auto werden die Eisenstädter Pendler auch noch etwas länger angewiesen sein. Auch wenn 2020 wieder Bewegung in die Zugs-Diskussion kam – die ÖBB legte Pläne für eine Spange Müllendorf vor, die einen Direkt-Zug nach Wien ermöglichen soll, die aber sowohl Land als auch die Gemeinde Wulkaprodersdorf (über deren Hotter die Spange großteils laufen würde) kritisch sehen. Dafür kommen Lärmschutzwand und Flüsterbeton auf der Autobahn A3, nicht aber deren Ausbau – zumindest wenn es nach der Landesregierung geht (der Bund hat ein Wörtchen mitzureden).

Ob das Virus die großen Feste 2021 von Lovely Days über „Weinkost“ bis Winzerkirtag zulassen wird, steht noch in den Sternen – sehr zum Leidwesen des Eisenstädter Nachtlebens, dessen Entwicklungskurve zuvor wieder nach oben gezeigt hatte.
Ob 2021 dann schon ein Film im heuer geretteten Haydn-Kino zu sehen sein wird ist zwar nicht sehr wahrscheinlich aber auch nicht ausgeschlossen.