Jahreswechsel: Viel los trotz Lockdowns im Bezirk Eisenstadt

Ein Jahr voller kultureller und politischer Ereignisse ging zu Ende. Ein Rückblick.

Erstellt am 10. Januar 2022 | 05:20
Lesezeit: 3 Min
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Umstrittene Fläche. Auf 120 Hektar soll an der Grenze von Wimpassing und Hornstein eine Photovoltaikanlage entstehen, sofern sich die Wimpassinger in einer Volksbefragung dafür entscheiden.
Foto: Wagentristl

Das traditionelle, muntere Dorfleben, wie es in den vier Gemeinden gepflegt wird, litt im vergangenen Jahr schon zum zweiten Mal in Folge. Dennoch hat sich viel getan, auf gesellschaftlicher wie auch auf politischer Ebene. Ein nostalgischer Blick auf das vergangene Jahr.

Für die Jungen und noch Jüngeren

Das Zusammenleben und den Austausch zwischen den verschiedenen Altersgruppen fördern, möchte die Gemeinde Wimpassing mit einem Generationenpark, der im Mai 2022 eröffnet werden soll. Der „Park, der wachsen darf“, wie die Projekt-Initiatorin und ehemalige Vizebürgermeisterin Marion Pöschl (ÖVP) betont, soll spannende Aktivitäten für jedes Alter bieten.

Der Park entsteht hinter dem Tennisplatz am Ufer der Leitha. Dort befindet sich auch der Kayak-Hafen, den Bürgermeister Ernst Edelmann (SPÖ) 2018 veranlasste. Noch dieses Jahr – erhofft man sich – wird auf alten Baumstämmen balanciert, auf der Bocciabahn gespielt und am Barfußweg trainiert. Der Park wird so gestaltet, dass er im Bedarfsfall erweitert werden kann.

2022 bringt Wimpassing auch eine neue Amtsleiterin. Eva Leitgeb übernimmt ab Jahresbeginn die Funktionen von Michael Bauer. Grund dafür war die letztjährige Auflösung des Gemeindeverbands mit Leithaprodersdorf.

Das wohl kontroverseste Thema im Wimpassinger Gemeinderat war im Vorjahr zweifellos der geplante 120 Hektar große Solarpark an der Grenze zu Hornstein (die BVZ berichtete laufend darüber). Im Februar findet eigens dafür eine Volksbefragung statt.

Feste zu feiern wie sie fallen ist in Corona-Zeiten nicht so einfach. Leithaprodersdorf ist bekannt für seine vielen Feste, einige davon sind den strikten Maßnahmen zum Opfer gefallen – darunter der Kirtag der Feuerwehr und das Wiesenfest des Sportvereins. Letzterer feierte jedoch in einer der infektionsärmeren Wochen das große Oktoberfest, sogar über zwei Wochenenden.

Kultur, Kultur und nochmals Kultur

Der Leithaprodersdorfer Kulturverein „Theater Leitha KuLt“ konnte erneut mit „Jedermann“ begeistern. Aufgeführt wurde das Stück sechs Mal im Kreuzgang zu Loretto ohne Kulisse. Die barocken Räumlichkeiten waren Kulisse genug, wie das Regisseur-Ehepaar Franziska und Michael Graf im Sommer im BVZ-Gespräch hervorhob.

Außerdem kuratierten Birgit Ulrichshofer und Leopold Cecil eine Ausstellung über ihre Heimatgemeinde Leithaprodersdorf, die älteste Gemeinde des Burgenlands. Unter freiem Himmel können Kulturbegeisterte nun rund um die Uhr Wissenswertes über die Geschichte des Dorfes, über Vereine und vieles mehr erfahren. Der Zaun des hinteren Volksschulgartens bietet weiterhin Platz für die interessante Ausstellung.

Neubesetzung in den Gemeindeämtern

Im Oktober des vergangenen Jahres gab Stotzings Altbürgermeister Wolfgang Kostenwein seinen Rücktritt bekannt. Im gleichen Zug wurde ein Nachfolger vorgeschlagen. Wenige Wochen später trat Thomas Tiwald (ÖVP) sein Amt als Bürgermeister von Stotzing an; die Stellvertretung übernahm seine Parteikollegin Elisabeth Tschank. Die beiden sind nun seit einigen Monaten im Amt und bereiten sich auf die Gemeinderatswahl 2022 vor. Eine enge Zusammenarbeit pflegt Stotzing im Gemeindeverband mit Loretto, wo im vergangenen Jahr ebenso einiges ablief: Auf den Dächern des Lorettaner Gemeindeamts wurden nämlich Solarpaneele installiert; seit Juli liefern diese „grünen“ Strom. Darüber hinaus wurden neue öffentliche WC-Anlagen in nahem Umkreis der Basilika errichtet.

Die bekannte Faschingsgilde aus Loretto musste coronabedingt ihre Veranstaltungen absagen. Im November, zeitgerecht zum Faschingsbeginn, war das „Narrenwecken“ unter strengen Hygienemaßnahmen geplant, letztendlich musste es wie so viele andere Veranstaltungen auch abgesagt werden.

Für 2022 wünscht man sich mehr denn je die gewohnte Normalität zurück, dennoch ging ein schönes Jahr vorüber.