Die Ruster Landauers: Winzer seit 370 Jahren. Winzer Stefan Landauer bewirtschaftet sein Familienweingut in der 24. Generation. Der BVZ erzählte er vom „schwierigen Jubiläumsjahr“ und, wie es trotzdem weitergehen wird.

Von Reinhold Woditsch. Erstellt am 10. Juli 2020 (06:28)
Stefan Landauer
zVg/Sabine Landauer

Die Weinbaugeschichte des Burgenlandes beginnt in der vorrömischen Zeit. Ganz so lange gibt es das Ruster Traditionsweingut Landauer zwar noch nicht, aber ein Betrieb, der heuer 370jähriges Jubiläum feiert, ist schon etwas Besonderes. Aus diesem Grund war die BVZ auf Besuch im Hof in der schönen Ruster Altstadt.

„Schon ein schwieriges Jubiläumsjahr“

„Zugegeben ist es schon ein schwieriges Jubiläumsjahr,“ spielt der Winzer Stefan Landauer gleich zu Beginn unseres Gespräches auf die Corona Krise an. „Wir haben das Glück, dass wir ungefähr die Hälfte unserer Weine ab Hof verkaufen und unsere Stammkunden uns über diese Zeit gerettet haben. Außerdem haben wir auch eine Aktion gestartet, bei der man nur 50 Prozent der Versandkosten bezahlt, was uns die letzten Monate merkbar besseren Onlineabsatz einbrachte.“

In der mittlerweile 24. Generation bringt Landauer nun den Wein von der Rebe in die Flasche. Auf insgesamt 26 Hektar Rebläche im Ruster Hügelland wird jeweils zur Hälfte Rot- und Weißwein angebaut.

Die Herausforderungen im Weingeschäft haben sich vor allem in der jüngeren Vergangenheit stark verändert: „Inzwischen konkurrierst du vor allem im Exportgeschäft mit Herstellern aus der ganzen Welt und natürlich muss da die Qualität passen. Gleichzeitig haben sich jedoch auch die Absatzmöglichkeiten verbessert. Beispielsweise waren wir bei den ersten hier in der Umgebung dabei, die nach China exportiert haben. Mittlerweile wird unser Wein in dreizehn Ländern getrunken.“

Letzteres sieht man auch an den Auszeichnungen, die die Weine von Landauer bereits erhalten haben. So hat das Weingut neben nationalen Preisen auch beispielsweise insgesamt sieben Silber- und Goldmedaillen bei der International Winechallenge 2019 gewonnen.

„Heutzutage ist der Süßwein jedoch zu einem Nischengeschäft geworden.“Stefan Landauer

Weil die Weinbaugründe fragmentiert sind, ist die Sortenauswahl des Weingutes vielfältig, aber besonders stolz ist man auf den edelsüßen Ruster Ausbruch.

„Das ist eine Trockenbeerenauslese, die es seit über 700 Jahren in Rust gibt. Früher wurden die Süßweine fässerweise zu den Königshäusern geschickt, weil sie das einzige süße, haltbare Getränk waren. Limonaden oder ähnliches kannte man nicht.“ erklärt Landauer. „Heutzutage ist der Süßwein jedoch zu einem Nischengeschäft geworden. Es gibt nur ganz wenige andere Weinbaugebiete in Frankreich und Ungarn, die Süßwein herstellen und auch die haben Absatzschwierigkeiten. Der Großteil unserer süßen Sorten geht in die Gastronomie in Frankreich, ein bisschen was auch nach Skandinavien und Asien. In Österreich und Deutschland ist der Konsum aber leider eher gering, obwohl das Klima hier durch den See geradezu prädestiniert wäre.“

Wie es mit dem Weingut Landauer weiter geht? Stefan Landauer hat einen sechsjährigen Sohn und eine neunjährige Tochter. Einer 25. Weinbaugeneration in Rust würde also nichts im Weg stehen.

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