„... Action!“ für Filmkollektiv aus Eisenstadt

Eine Gruppe junger Film-Fans aus dem Burgenland dreht nun selber Filme.

Erstellt am 19. November 2021 | 06:22

2016 starteten Elias Märk und Nikolai Liskutin das Projekt „orangecat“. Was als einfaches Hobby begann, konnten die beiden mit der Hilfe ihres engsten Kreises innerhalb kürzester Zeit zu einem seriösen Film- und Produktionskollektiv ausbauen. Auf das erste Experimentieren mit Kamera- und Tonequipment folgten wenige Jahre später ambitionierte Kurzfilmprojekte.

Elias und Nikolai – mittlerweile 20 und 21 Jahre alt – lernten sich in der Volksschule in Großhöflein kennen. Die beiden konnten sich früh für Film begeistern und tüftelten bereits in ihrer Schulzeit an ihren ersten Ideen unter dem Namen „orangecat“. „Wir hatten zum damaligen Zeitpunkt beide orange Katzen und somit entstand der Name für unser heutiges Filmkollektiv“, erzählen die beiden Gründer der BVZ.

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„Homegrown“: Filmstudio von Zuhause aus

Während sich ihr Freundes- und Bekanntenkreis stetig vergrößerte, wuchs auch „orangecat“ mit seinen Gründern mit. Heute besteht die Gruppe aus unzähligen kreativen Köpfen, die auf ihre eigene Art und Weise ihren Beitrag leisten. „Jeder ist in seinem Bereich ausgezeichnet“, beteuert Kameramann Luca Selberherr. „Und wir arbeiten hart daran, uns immer weiter zu verbessern“, fügt die 18-jährige Administratorin Fanny Berghofer hinzu.

Der Großteil der aktiven Mitglieder stammt aus dem Burgenland, genau genommen aus den Bezirken Eisenstadt und Oberwart. Unzählige der bisher verwendeten Drehorte, wie beispielsweise die Cselley Mühle, die HAK Eisenstadt oder sogar das G-Paradise, befinden sich im Großraum Eisenstadt. Die Premieren der eigenen Filme durfte das Kollektiv in Kinos in Wien und Oberpullendorf abhalten. Das eigene Studio befindet sich in Hof in Niederösterreich – dem Heimatort von Mitgründer Nikolai Liskutin.

Einer der größten Unterstützer des Kollektivs ist Nikolais Vater, Paul Liskutin. „Mein Vater griff uns von Beginn an finanziell unter die Arme. Doch aus der anfänglichen Unterstützung wurde nun eine offizielle Partnerschaft“, erläutert der 21-jährige Student.

Über die letzten Jahre veröffentlichte „orangecat“ mehrere Kurzfilme. Ihr letztes Projekt, „Die Wabe“, war ihr bisher aufwendigstes Werk. „Der Dreh dauerte insgesamt zehn Tage. Aber das Aufwändigste ist die Arbeit vor und nach dem eigentlichen Dreh“, beschreibt der einzige gebürtige Wiener der Gruppe, Manuel Danczul, die Arbeiten am Film. Das nächste Großprojekt soll bereits im kommenden Jahr fertiggestellt werden.

„Die filmische Vielfalt ist unser Ziel“

Thematische Schwerpunkte in ihrer Arbeit setzen die Filmproduzenten keine: „Wir sind offen für die unterschiedlichsten Filmideen und Themen und dies spiegelt sich auch in unserer bisherigen Filmografie wider. Die Vielfalt ist unser Ziel“, meint der Großhöfleiner Elias Märk. Diesen Facettenreichtum beweist die Gruppe allerdings nicht nur mit ihren Kurzfilmen, sondern in ihrem gesamten Schaffen: „Neben unserer kreativen Arbeit erledigen wir auch anderweitige Aufträge jeglicher Art. Darunter fielen bisher beispielsweise Imagefilme für verschiedene Gemeinden oder Musikvideos für lokale Künstler“, so Märk. „Mittlerweile veranstalten wir auch Events, wie jüngst eine Vorleseveranstaltung im Eisenstädter Freuraum, unter dem Titel ‚Texterzeugnisse‘“, fügt die, aus Unterkohlstätten stammende, PR-Beauftragte Annika Kirnbauer hinzu.

Die notwendigen Fertigkeiten, um die eigenen Ideen zu visualisieren, habe man sich selbst beigebracht. Die Produktion ihrer Werke erfolgt fast ausschließlich ohne Hilfestellungen von außen: „Bei uns ist alles ‚homegrown‘. Wir verfügen über die Kapazitäten sowie das nötige Equipment. Von der Filmproduktion bis hin zur musikalischen Untermalung sind wir zu allem im Stande. Wir sind dennoch offen für jede Art der Zusammenarbeit“, bestätigen die beiden Gründer. In der Vergangenheit durfte man sich dennoch über einzelne Förderungen des Landes Burgenland sowie die Teilnahme an unterschiedlichen Kurzfilmfestivals und -preisen freuen.