Häftling drehte durch

Tschetschene schlug einem Mithäftling mit der Faust zwei Zähne aus. Er wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt und bleibt für weitere zweieinhalb Jahre in Haft.

Erstellt am 30. September 2021 | 05:34
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Die Tat ereignete sich in einer Zelle in der Justizanstalt.
Foto: Kirchmeir

Zehn Vorstrafen und zwei Zusatzstrafen hat der 40-jährige gebürtige Tschetschene bereits. Seine Haft in der Justizanstalt Eisenstadt hätte er bald verbüßt gehabt, als er am 11. Mai 2021 einen Mithäftling attackierte. Der Mithäftling, ein Burgenländer, habe ihn um Tabletten angebettelt, berichtete der Angeklagte vor Richterin Karin Lückl. Sogar einen Brief habe ihm der drogensüchtige Haftbruder geschrieben.

„Ich war wütend. Ich sagte ihm, ich gebe dir nichts“, berichtete der Tschetschene.

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Wegen des Briefes befürchtete er, in der Justizanstalt weitere Probleme zu bekommen. Am Weg zum Arzt habe er den Justizwachebeamten am 11. Mai um eine Minute Zeit gebeten.

„Ich gab ihm eine Faust, er flog über den Tisch“

„Ich machte die Zellentüre auf“, erzählte der Angeklagte. „Ich fragte ihn, warum hast du Arschloch Brief geschrieben?“ Der Häftling habe geantwortet: „Was willst du?“, und einen beleidigenden Ausdruck hinzugefügt. „Ich ging einen Schritt hinein, gab ihm eine Faust ins Gesicht, er flog fünf bis sechs Meter über den Tisch“, schilderte der Tschetschene seine Reaktion. „Ich bin durchgedreht. In Tschetschenien bekam ich Probleme im Kopf“, erklärte er in brüchigem Deutsch.

„Ich gab ihm noch eine, noch eine, zwei, drei.“Er wisse nicht, was er noch im Gesicht des Mithäftling „kaputt gemacht“ hätte, wenn man ihn nicht weggezogen hätte, gab der Angeklagte ehrlich zu. „Wie soll das mit Ihnen weitergehen?“, schüttelte die Richterin den Kopf.

Wegen der Vorstrafen fiel das Urteil schwer aus: Zweieinhalb Jahre Haft muss der Angeklagte wegen des Vorfalls in der Zelle verbüßen. „Danke“, sagte der Tschetschene.