Kampf gegen Leerstand in St. Margarethen: Kuhness leitet Projekt

Erstellt am 21. Mai 2022 | 06:12
Lesezeit: 3 Min
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Die Projektgruppe um Leiter Alexander Kuhness und Bürgermeister Eduard Scheuhammer.
Foto: zVg
Das Projekt zur Leerstandsbelebung nimmt Fahrt auf. „Prozess darf nicht abreißen.“
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Vielerorts gilt der Leerstand von Gebäuden und Wohnungen als Problempunkt. Verlassener und leerstehender Wohnraum erschwert jegliche Bemühungen, den Ortskern neu zu beleben.

In St. Margarethen möchte man diese Thematik neu aufgreifen und mit der Hilfe von Prozessbegleiter Alexander Kuhness in Angriff nehmen.

Bereits vor Pandemiebeginn bildete sich ein Team bestehend aus einer Vielzahl an Gemeindevertretern sowie engagierten Bürgern mit der Aufgabe den Dorfkern und dessen leerstehende Flächen neu zu beleben.

Geleitet wird das Projekt von Alexander Kuhness, der bereits seit Jahren mit verschiedensten Gemeinden im Burgenland und Niederösterreich zusammenarbeitet. Nach ersten Skizzierungen und Diskussionen im Zuge der Dorferneuerung wurde die Initiative ergriffen, sich der Problematik anzunehmen. „Der Leerstand ist eine Realität“, betont der Projektleiter die Dringlichkeit.

Neues Leben für leerstehende Gebäude

In der Startphase galt es für Kuhness den Leerstand zu erheben, um herauszufinden, wo im Ortsverband sich die betroffenen Objekte befinden. Ebenso relevant war die Ermittlung des Zustandes der einzelnen Gebäude und wem sie gehören.

Mithilfe unzähliger Fragebögen folgte die Kontaktaufnahme zu den knapp 60 Eigentümern. „Wir hatten eine super Resonanz. Ungefähr die Hälfte der Besitzer antwortete auf unsere Fragebögen“, erzählt Kuhness.

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Die Arztpraxis stand zuvor jahrelang leer und gilt nun als Musterbeispiel für Leerstandsbelebung.
Foto: zVg

Aufgrund der Pandemie ging der erste Kontakt zu den Eigentümern wenig später jedoch verloren. Selbstreflexion war die Folge: „Was können wir als Gemeinde tun, denn man hatte selbst einige Leerstände“, erklärt der gebürtige Steirer.

Rasch wurde die Gemeinde selbst aktiv und tat was sie tun konnte. Gleich mehrere leerstehende Immobilien, unter anderem an der Hauptstraße, wurden umfunktioniert und wiederbelebt.

Langfristig zielt das Team jedoch darauf ab, die Eigentümer der unterschiedlichen Leerstände aufzuklären. Momentan befindet sich ein Servicepaket in Bearbeitung. „Derzeit wird eine Broschüre entworfen. Die Gemeinde möchte hierbei Serviceangebote bieten und aktiv auf die Besitzer zugehen“, erläutert Alexander Kuhness. Mit Beratung und Expertenvermittlung möchte man Hemmschwellen abbauen und zur erneuten Nutzung anregen.

Lob für Engagement vom Gemeindecoach

„In St. Margarethen sind wir auf besonders fruchtbaren Boden gestoßen – ein gutes Miteinander vieler interessierter und motivierter Personen“, beschreibt der Gemeindecoach seinen Einsatz in der Ortschaft und lobt die langjährige Zusammenarbeit.

„Das Thema darf nicht in Vergessenheit geraten“, betont Bürgermeister Eduard Scheuhammer. „Während der Pandemie hatten wir nicht die Möglichkeit, uns in dieser Projektgruppe zusammenzufinden. Nun wäre das Leerstandsmanagement aber wieder von oberster Priorität. „Der Prozess soll nicht abreißen. Es war nämlich der Wunsch aller, das Projekt weiterzuführen“, ergänzt der Bürgermeister.

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