Bewahren statt abreißen. Über das Haydn-Kino.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 13. August 2020 (03:45)

Nach dem Abriss des Café Paradiso – jetzt ein „charmanter“ Parkplatz – musste man schon Schlimmes für Haydn-Kino am Eisenstädter Oberberg befürchten. Dass ein superreicher Niederösterreicher dieses Stück pannonische Kulturgeschichte derart verfallen hat lassen, ist beschämend genug. Sollten Immobilienspekulanten nicht verpflichtet sein, zumindest die Fassade ihres Spekulationsobjektes in Schuss zu halten – noch dazu wenn dieses denkmalgeschützt ist?

Jetzt können alle Menschen, die mit dem Haus schöne Erinnerungen verbinden – sei es als Kino oder legendäre Cocktail-Bar – aufatmen: Ein Burgenländer, dem Kultur wichtiger ist als Profite, hat das Haus übernommen und will es weiter als Kulturraum führen.

Ein Glücksfall. Aber sollte das überhaupt ein Glückfall sein und nicht viel mehr die Regel?

Wem wirklich an unserem schönen, kleinen Land gelegen ist, der kann das nur mit „Ja!“ beantworten. Und dafür braucht es eine Steuerungspolitik von Stadt, Land und Bundesdenkmalamt.

Der Erhalt von liebenswerten, alten Strukturen muss günstiger werden, als deren Abriss und Ersatz durch seelenlose Blockbauten und Parkplätze.