Brauchtum oder eine Blödheit?

Werner Müllner über Tradition und Missverständnisse.

Nina Sorger
Nina Sorger Erstellt am 03. Mai 2017 | 06:04
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Am 1. Mai wird nicht nur die Leistung der Arbeiter geehrt, am Vorabend werden Maibäume aufgestellt beziehungsweise jemandem, den man verehrt, ein Maibaum vors Haus gestellt. In St. Georgen gibt’s noch die Besonderheit, dass ein Kirtagsbaum aufgestellt wird. All diese Bäume haben eines gemeinsam: Viele lagen schneller, als es den Besitzern lieb war.

Während selbst ernannte Brauchtumsexperten darüber diskutieren, ob der eine oder andere Baum zurecht umgeschnitten wurde, ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung. Rund um den St. Georgener Kirtagsbaum sagt man, dass dieser gar nicht umgeschnitten werden darf, weil er kein Maibaum ist. Zu den Maibäumen wird erzählt, es sei die Regel, dass der Baum vor Sonnenaufgang am 1. Mai mit einer Handsäge umgelegt werden darf, wenn die Wache verschlafen hat. Der Wipfel wurde vom Besitzer mit einer Jause ausgelöst.

Bevor man zu den Maibäumen ein „Schade, dass es das nicht mehr gibt…“ hört, sei den Holzknechten und Anzeigern ans Herz gelegt , sich zu mäßigen und aus dem Maibaum(stehlen) wieder das zu machen, was es mal war: Ein Brauch zum Feiern.