Das Ende der Durchfahrt. Über den Verkehr, den wir vom Kopf auf die Füße stellen müssen.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 24. Juni 2021 (02:52)

Kinder der Achtziger sind noch in einem anderen Eisenstadt aufgewachsen. Man fuhr überall mit dem Auto hin, es gab ja vor jedem Haus und jedem Geschäft einen Parkplatz. Wir waren eben nur knappe 10.000 Eisenstädter bei einer fast gleichgroßen Fläche. Da geht sich das schon aus.

Wir werden uns wohl dran gewöhnen müssen, dass das im Eisenstadt der Zukunft aber nicht mehr gehen wird. Das hat der – an dieser Stelle oft kritisierte – unkontrollierte Zuzug verunmöglicht. Wir sind ganz einfach zu viele geworden, haben zu viele Autos, zu viel Infrastruktur in die Peripherie ausgesiedelt und mehr Einpendler pro Einwohner als jede andere Landeshauptstadt.

Aber unsere Straßen sind von der Geschichte gezogen worden: Rund um eine alte Stadtmauer und durch ihre Tore. Der Verkehr von heute kann sich da einfach nicht mehr durchwurschteln. Er muss auf die Umfahrung. Denn, ganz ehrlich: Wie viel spart man sich, wenn man durch die Innenstadt statt über die Landesstraßen fährt? Zwei Minuten? Drei? Das ist es einfach nicht wert.

Das beste Fortbewegungsmittel innerhalb von Eisenstadt ist ohnehin das Rad oder die eigenen Beine.