Der Prophet im eigenen Verein. Über Windens Feuerwehrmann Franz Milletich.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 15. Oktober 2020 (01:45)

Im Vergleich zu anderen Saisonen der 2. Liga Nord hat es mit dem ersten Trainerwechsel heuer bis zur achten Runde gedauert. Exakt betrachtet stand aber Windens Coach Peter Slosarek schon nach sechs Partien das Wasser bis zum Hals. Egal, es war einmal.

Nachfolger ist Franz Milletich. Bei dieser Personalie muss man von der Bezeichnung Neo-Trainer Lichtjahre und keinen Babyelefanten Abstand halten. 18 Jahre ist das erste Engagement her – zum 12. Mal ist er jetzt Coach. Denn der Tausendsassa gilt als Klub-Legende und springt – obwohl er sich immer wieder gerne in den sportlichen Ruhestand zurückzieht – dann ein, wenn es brenzlig wird. Er ist der Otmar Hitzfeld aus dem Stadion in der Nähe des Bärenlochs eben. Das steht unter Denkmalschutz, Milletich hingegen (noch) nicht.

Akteure wie Wolfgang Bauer, Stevie Haider oder Michael Speckl erleben ihn in ihrer Karriere schon zum dritten Mal als Cheftrainer. Im Herbst vor drei Jahren schaffte Milletich etwa die Trendwende und legte die Basis für Nachfolger Harald Toth und (s)einen Erfolgslauf. Jetzt ist er wieder doppelt gefordert, das lecke Schiff in ruhigere Fahrwasser zu führen und gleichzeitig einen geeigneten Trainer-Nachfolger zu suchen. Somit macht er in Winden wieder das, „was man nicht alles für seinen Lieblingsverein macht“ – und das ist nicht in Gold aufzuwiegen.