Die Degradierung zur Randsportart. Über die unverzichtbare Herbergsuche in der Tennisszene.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 21. Dezember 2020 (01:11)

Vor fünf Jahren verabschiedete sich der Burgenländische Tennisverband (BTV) von der offiziellen – und stets schleppenden – Wintermeisterschaft, seither gestalten die Hallenbetreiber individuelle Wintercups. Oder eben nicht: Das organisatorische Interesse ist überschaubar, nicht erst seit Corona. Fixiert sind nur Serien in Oberpullendorf, Oslip und Neudörfl – Breitenbrunn wackelt. Sonst fliegen die gelben Filzbälle auch nach der Öffnung der Hallen (voraussichtlich am 7. Jänner) nur für individuell-privaten Sport.

Fakt ist: Beim Stichwort Tennis im Winter tun sich Probleme auf – mangelndes Interesse an organisierten Wettbewerben und parallel dazu knappe Kapazitäten für diejenigen, die privat spielen wollen, sind keine gute Mischung. Auch der Zustand der wenigen verbliebenen Hallen ist oft fragwürdig und mitschuld an der Misere. Da gibt es schon einmal Dellen im Boden oder die Heizung läuft nur auf Sparflamme. Geschäft lässt sich mit den Tennishallen nur als Teil eines größeren Konzeptes machen. Hotel-Hallen wiederum sind sportlich nur von geringem Nutzen. Während Einzelstunden gerne vergeben werden, sind Kader- und Vereinstrainings in der Regel eher unerwünscht — je nach Buchungslage. So wird das so populäre Tennis im Winter zur Randsportart degradiert. Und ohne Investitionen in die Infrastruktur wird sich an er tristen Lage auch nichts ändern.