Die Grenzen des Wachstums . Über den Bau-Boom in der Landeshauptstadt.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 28. Mai 2020 (05:13)

Es ist ein tolles Gefühl, Gäste nach Eisenstadt einzuladen. Keine andere Landeshauptstadt wird von zwei bezaubernden, kleinen Winzer-Dörfchen flankiert, eine pannonisch-klassizistische Altstadt kennt man sonstwo in Österreich ohnehin nicht.

Es wird aber immer schwieriger, die Gäste so durch Eisenstadt zu lotsen, dass sie nicht an Armeen von Würfelhäusern vorbeifahren müssen. Diese ersetzen immer öfter das Giebeldach mit den roten Schindeln, den Streckhof, die runden Torbögen und die Grünflächen, die einst der Hausbach waren. Die Einkaufstempeln an beiden Südeinfahrten machen es den Geschäften in der Fußgeherzone nicht leicht, den Heurigen in den Ortsteilen auch nicht.

Es ist kein leichtes Abwägen: Wo kann die Stadt mit Grundverkäufen wichtige Einnahmen erzielen, wo würde aber das wegfallen, das Eisenstadt erst ausmacht?

Bei der Neu-Evaluierung des Stadtentwicklungsplanes muss diese Frage im Zentrum stehen. Denn: Einen Wiener Speckgürtel, der nur die Nachteile, aber nicht die Vorteile der Zentrumsnähe bringt, den braucht in Eisenstadt keiner.