Facebook ist nicht privat!. Über öffentliche Verantwortung mancher Berufsstände.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 05. November 2020 (05:20)

Jedes Mal, wenn ein Facebook-Posting jemanden den Job kostet, geht die gleiche Diskussion los. Der Inhalt kann unterschiedlich sein, wie berüchtigte Hitler-Geburtstags-Posting eines Polizisten dieses Bezirks. Oder, wie auf Seite 19 zu lesen, eine nicht zulässige Verbindung der Flüchtlingskrise 2015 mit dem Terroranschlag in Wien am vergangenen Montag.

So unterschiedlich der Inhalt ist, die Diskussionen beginnen immer gleich: „Man wird doch wohl noch sagen dürfen...!“

Die Antwort darauf lautet immer: Es kommt eben darauf an, wo man es sagt. Zu Hause den engen Freunden gegenüber kann alles gesagt werden, genau dazu sind Freunde ja da.

Facebook ist aber nicht das private Kellerstüberl, es ist die größte Plattform der Welt und damit genau so „die Öffentlichkeit“ wie die Fußgeherzone oder der Domplatz. Und dort ist man aber eben nicht nur eine Privatperson, sondern Direktor, Polizist, Politiker oder – muss man nach der Berichterstattung manchen Kollegen selbstkritisch hinzufügen – Journalist. Und als solche hat man eine Verantwortung für die Gesellschaft. Wer diese Verantwortung nicht wahrnimmt, der muss sich eben ins Private zurückziehen.