Flexibilität als neue Strategie. Über eine neue Tugend im österreichischen Basketballbetrieb.

Von David Marousek. Erstellt am 30. Oktober 2020 (03:45)

Die Entscheidung, dass im Burgenland der Amateur-Kontaktsport untersagt wurde, schlug ein wie eine Bombe. Alle Augen waren anfangs auf den Fußball gerichtet. Während für die Bundesliga-Basketball-Truppe aus Oberwart schnell klar war, dass die Meisterschaft weitergehen würde, hingen die Teams aus der Zweiten Bundesliga in der Luft. Aber: Selbst die Bundesliga war sich nicht sicher, wie diese Verordnung zu bewerten sei. Die Köpfe rauchten – nicht nur auf Funktionärsebene. Während sich die Eisenstadt Dragonz dazu entschlossen sich dem Spitzensport-Präventionskonzept zu unterwerfen, gaben die Mattersburg Rocks ihr Heimrecht gegen Kapfenberg her, um doch spielen zu können.

Keinen Basketball sahen die Fans der Güssing-Jennersdorf Blackbirds. Ein Tausch des Heimrechts wäre laut Headcoach Daniel Müllner „zu kurzfristig“ gekommen. Sich dem Spitzensport-Konzept zu unterwerfen ist zudem nicht günstig. Die nicht gerade billigen Testungen, müssten aktuell nämlich auch ohne Kantinenbetrieb refinanziert werden.

In jedem Fall steht eine weitere kuriose Saison, mit wohl noch einigen Verschiebungen, bevor. Erfolgreich wird vielleicht nicht mehr das stärkste Team sein, sondern das anpassungsfähigste. Flexibel sein ist dabei neu in Mode.