Gastro-Friedhof Oberberg. Über den Berg, der so viel mehr sein könnte.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 24. Juli 2019 (05:28)

Während es in den Sechziger-Jahren noch fast 100 Kinos im Burgenland gab, waren es um die Jahrtausendwende nur noch acht, wie die Schattendorferin Julia Pinter in ihrer Diplomarbeit aufzählt.

Ein Ort, der das Sterben der Kinos wie Gastronomie besonders verkörpert, ist der Oberberg in Eisenstadt. Das leer stehende Haydn-Kino ist umzingelt von verwaisten Lokalen. Dabei könnte es so schön rund um die Bergkirche sein. Wer einmal von der Kirchen- zur Florianigasse spaziert ist und die Weingärten dort bestaunt hat, muss zugeben: Viel schöner wird es in der Toskana auch nicht sein.

Was ist also das Problem? Wenn es nach Gastronomen und Anrainern geht ganz klar: Der Verkehr. Die Wiener Straße wird ihrem Namen gerecht. Die lauten und grauen Verkehrskolonnen stehen im Widerspruch zur pannonischen Gemütlichkeit und Geselligkeit.

Während Kinos durch den technischen Fortschritt (die Siebziger bescherten allen Haushalten TV-Geräte) fast ausgestorben sind, muss der Oberberg scheinbar auf den nächsten Fortschritt (leise, selbstfahrende Elektro- oder Wasserstoffautos) warten. Vielleicht findet sich ja eine Zwischenlösung. Ein bisschen begrünen, Tempo reduzieren oder das Auto gleich mal stehen lassen – das wär doch mal ein Anfang.