Gefragt: Zeit, Geduld und neue Ziele. Thomas Steiger über das hartnäckige Legionärs-Problem in Wulkaprodersdorf.

Von Thomas Steiger. Erstellt am 24. Oktober 2018 (05:54)

Der SV Wulkaprodersdorf zählt(e) auch in dieser Saison wieder zum Favoritenkreis um den Aufstieg in der 2. Klasse Nord. Doch wie in den vergangenen Jahren, konnte die (eigene) Erwartungshaltung bislang bei weitem nicht erfüllt werden. Ein elfter Platz ist definitiv zu wenig für die Ansprüche des Vereins. Das Ziel, vorne mitzuspielen, kann man früh wieder ad acta legen – doch woran liegt das?

Das Dilemma beginnt in der Transferphase: Der Klub hatte in den letzten beiden Jahren kein gutes Händchen in Sachen Verpflichtungen bewiesen – trotz klingender Namen. Die schon chronische Legionärs-Crux: Über kurz oder lang passten die Neuen – vor allem einstellungsmäßig – nicht zum Kader. Trotz unbestrittener Qualität konnten (oder wollten) sie diese zu selten abrufen. Künftig gilt es somit, potenzielle neue Stützen erst auf ihre sportliche Charakterfähigkeit zu prüfen.

Zudem braucht es für den nachhaltigen Erfolg eine gute Basis, also muss das Hauptaugenmerk parallel wieder über Jahre hinaus mehr auf den eigenen Nachwuchs und auf Einheimische gerichtet werden. Der Vorteil: Junge, hungrige „No Names“ sind ökonomischer für den Vereins-Geldbeutel. Der Nachteil: So ein Projekt braucht Zeit, viel Geduld und eine anfangs defensivere Zielsetzung. Auszahlen könnte es sich allemal.