Geld aus dem Helikopter

Erstellt am 07. Mai 2020 | 05:20
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Über das Eisenstädter Hilfspaket.

Der damalige US-Notenbank-Chef Ben Bernanke sorgte während der Finanzkrise 2008 für Belustigung. Auf die Frage, wie die Wirtschaft wieder in Gang gebracht werden könnte, schlug er vor, Geld per Helikopter über den USA abzuwerfen. Die Menschen würden es schon wieder in die US-Wirtschaft investieren.

Alle haben gelacht, Bernanke meinte es ernst: Die Politik entschied sich dafür, die Notenbank Geld drucken zu lassen und damit Schulden der Banken zu kaufen. (Draufgezahlt hat am Ende natürlich trotzdem der Steuerzahler.) Bernanke wollte, dass das Geld direkt den Menschen und damit Kunden zukommt. „Helicopter Ben“ wurde vom TIME Magazine zur Person des Jahres erklärt.

Diese lange Einleitung soll den historischen Charakter des Hilfspaketes der Stadt Eisenstadt betonen. Thomas Steiner, Istvan Deli und Lisa Vogl mussten einen mutigen Schritt tun, um in den Fußstapfen Bernankes zu landen. Aber: Geld direkt den Eisenstädtern zu geben – und das noch dazu gleichberechtigt und transparent – ist genau die Art politischen Mutes, den es in der Krise braucht.