Greißler müssten nicht sterben. Über die Größe der Kleinstruktur.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:36)

Wer eine Greißlerei betritt – in Oslip gibt es noch einen, siehe unseren Artikel dazu hier und unten – fühlt sich fast schon wie in eine andere Zeit zurückversetzt. In der man die Menschen im Geschäft noch kannte, wusste, wo die Waren herkommen und wem der Euro, mit dem man sie zahlt, auch tatsächlich nutzt.

Diese Greißler hat man damals über die Klinge springen lassen: Wer die Gemeinden mit Einkaufszentren umzingelt, tut nichts anderes, als die Kunden vom Greißler abzuschirmen.
Jetzt stehen wir in seelenlosen Einkaufspalästen, die uns Salat aus Spanien andrehen (abgepackt in Österreich, haha) während wir aus dem Fenster den heimischen am Feld wachsen sehen. Das hier verdiente Geld geht beim Bezahlen ins Ausland.

In vielen anderen EU-Ländern hat man den Greißlern die Möglichkeit gegeben sich als „Mini Market“ neu zu erfinden. Wer unter einer gewissen Grundfläche bleibt, kann dort länger offen lassen, hat weniger bürokratische Auflagen – und beim Zahlen wird eine hart arbeitende Familie unterstützt, kein Großkonzern.