„Kritisch“ ist das neue „Wichtig“

Über Infrastruktur, die uns mehr wert sein sollte.

Erstellt am 23. April 2020 | 05:05
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Die Zentralbetriebsrätin der Sanochemia hat eigentlich ein sonniges Gemüt. Dieses hat sie eigentlich auch trotz der drohenden Insolvenz nicht verloren.

Jetzt ist sie wütend. Zu Recht. Immerhin geht es um die Jobs von 20 Kollegen, mit denen sie teilweise schon seit 30 (!) Jahren zusammenarbeitet - siehe unsere Geschichte dazu hier:

Gleichzeitig betont Wirtschaftslandesrat Christian Illedits den Erfolg der Sanochemia-Rettung. Auch nicht zu Unrecht, ohne den Einstieg des Landes mit drei Millionen Euro, wären wohl deutlich weniger Stellen im Land verblieben als die nunmehrigen 120.

Das Verdienst des Landes beim Sanochemia-Einstieg sieht man gerade im Bundesvergleich: Die Privatisierung der AUA hat sich als nicht gerade krisensicher herausgestellt hat – was ungünstig in einer Branche ist, die von einer Krise in die nächste fliegt.

Beide Bereiche, die Fluglinie und die Pharma-Produktion, haben sich in der Corona-Krise als „kritische Infrastruktur“ erwien. Und gerade bei dieser sollte die öffentliche Hand nicht sparen.

Mit dieser starken Hand im Hintergrund könnte die Mitarbeiterzahl auch schnell wieder steigen.

Was ist Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie mir: m.wagentristl@bvz.at