Kulturschaffende als Corona-Opfer. Über eine zu wenig bekannte Risikogruppe.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:45)

Der sonnige Nationalfeiertag lockte hunderte Menschen in die Fußgeherzone. Die Hoffnung, dass zumindest ein paar von ihnen auch wegen des Tages der offenen Museums-Tür in die Stadt geeilt waren, erfüllte sich nicht ganz: Mehr als befürchtet, aber weniger als erhofft kamen, um sich die Bilder von Sepp Laubner, Elfriede Ettl und Albert Kollmann anzusehen. Deren Bilder sind die raren und doch so wichtigen Zeugen von der Veränderung unserer Heimat. Ohne sie hätten wir keine Bilder zu den Erzählungen unserer Großeltern und wüssten weniger genau, wo wir herkommen und damit auch, wer wir heute eigentlich sind.

Würden Laubner, Ettl, Kollmann heute noch leben, dann litten sie wohl wie alle anderen Maler, Schauspieler und Musiker unter den Corona-Maßnahmen: keine Events, keine Auftritte, kein Geld.

Ohne geistige Nahrung werde der Körper auch krank, schrieb Stardirigent Riccardo Muti an die italienische Regierung. Das Problem ist also ein europäisches, Lösungsansätze haben wir im Burgenland mit dem Kulturgutschein, dem neuen Haydn-Verein (Seite 19) oder dem „Fensterln“, bei dem man Künstler privat „mieten“ kann. Diese Angebote sollten wir nutzen! Schon allein unserer geistigen Gesundheit zuliebe.