Macht aufregen denn Sinn?. Über Wichtigkeit der Mitsprache.

Von Doris Fischer. Erstellt am 22. Mai 2019 (04:37)

„Drüberfahren geht gar nicht“, das dachten sich 77 Müllendorfer, die sich mit ihrer Unterschrift gegen den 33 Meter hohen Bau der Sektkellerei Schlumberger zur Wehr setzten. Der hohe Bau, fast so hoch wie die Pfarrkirche, erhitzte die Gemüter und noch mehr die Tatsache, dass die Mehrheitspartei im Gemeinderat einfach die Bebauungsrichtlinien abänderte und dadurch den „Monsterbau“ ermöglicht hätte.

Eine Volksabstimmung stand im Raum. Aber so weit ist es dann doch nicht gekommen. Angebliche Formalfehler bei der Unterschriftenliste wurden gefunden. Letztendlich kam es nicht dazu, weil der Sekthersteller Einsicht hatte, und nun einen Plan mit nur 26 Metern einreichte.

Und trotzdem ist die Sache für die Müllendorfer nicht vom Tisch. Denn: Was ist das nächste Mal, wenn ein Betrieb an die Gemeindetür klopft und in unendliche Höhe bauen möchte? Darf er das dann? Denn eines ist fix: Die Bebauungsrichtlinien sind – vom Gemeinderat – beschlossene Sache. Und noch was ist fix: Die Betroffenen werden sich weiterhin aufregen, bis sie schließlich erhört werden.