Mehr als nur Steine und Ziegel. Über die Abrisse alter Häuser rund um Eisenstadt.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 08. Oktober 2020 (03:45)

Unsere Großeltern und Urgroßeltern haben in einem völlig anderen Burgenland gelebt, als wir es tun. Die Menschen waren nach unserem heutigen Verständnis arm, die (wenigen) Fotos von damals zeigen Bauern in Hütten aus Lehmziegeln und Schilf-Isolierung. Strom war selten – dabei erfand zur gleichen Zeit nur wenige Kilometer westlich an der Uni Graz Nikola Tesla den heute gängigen kabellosen elektromagnischen Energietransfer.

Bei uns gabs dafür harte Arbeit, aber es wurde auch gelacht, getrunken und zusammengehalten.

Wir haben nur noch wenige Zeugen dieser Zeit: Fotos waren rar, Gemälde zeigen Fürsten, aber kaum Bauern. Was uns daran erinnert, ist das Essen (unsere pannonische Küche ist das typische wie köstliche Arme-Leute-Essen) und unsere Häuser.

Eine Abrissbirne geht derzeit durch unser schönes, kleines Land. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde sie nur Mauern mitnehmen. Schaut man genauer hin – und das sollte man! – wird aber genau dieser Teil unserer Geschichte abgerissen.

Bitte denken Sie daran, wenn Sie an Ruinen des Lagerhauses oder der vielen Streckhöfe vorbeifahren. Und vor allem: Erzählen Sie Ihren Kindern davon!