Mehr „kritische Infrastruktur“. Über sportliche Angebote für eine gesunde Nachfrage.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 09. Juli 2020 (04:42)

Der Begriff „kritische Infrastruktur“ ist in der Corona-Hochphase etwas überstrapaziert worden. Es macht aber Sinn, ihn in einem größeren Maßstab zu denken.

Die Leichtathletik-Anlage in Eisenstadt etwa. In einem Land, in dem fast jedes fünfte Kind adipös ist, also an krankmachender Fettleibigkeit leidet, ist eine Sport-Infrastruktur absolut „kritisch“. Wenn die Infrastruktur vorhanden ist, das Angebot also da ist, dann kommt auch die Nachfrage – und zwar im Guten wie im Schlechten: Wer Straßen und Parkplätze baut, erzieht Autofahrer, wer Radwege baut Radfahrer. Ein Fastfood Lokal neben Schulen lädt zur ungesunden Ernährung ein, ein Sportplatz zum Sport machen.

Dass die Zeit reif für die Wende, weg von der Fastfood-Kultur, hin zum gesunden Sport ist, zeigte Niklas Strohmayer-Dangl eindrucksvoll. Als der 18-Jährige für die Leichtathletik Akademie Eisenstadt den überraschenden zweiten Platz über 400 Meter Hürden holte, brach ausgelassener Jubel bei den Fans aus, die coronabedingt teilweise hinter den Absperrungen der Anlage ausgeharrt hatten. Der Burger King 100 Meter weiter, davon überzeugte sich die BVZ im vorbeiradeln, war menschenleer.