Menschlichkeit ist, was bleibt.. Über politische Wärme in kalten Jahreszeiten.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 14. August 2019 (05:53)

In den letzten Tagen wurde viel über Andrea Fraunschiel gesprochen. Die Anekdote, die ihren Charakter aber am besten beschrieb, erzählte überraschenderweise kein Parteikollege, sondern Géza Molnár von der FPÖ.

Der habe sich als blutjunger Stadtparteiobmann natürlich zu profilieren versucht. Und das, wie er selber erzählte, ging am besten indem man die Bürgermeisterin kritisiert.
So war er in vielen Reden nicht zimperlich mit ihr umgegangen.

Aber Eisenstadt ist bekannterweise eine besonders kleine Großstadt und so kam Molnár einmal bei einer Flurreinigung an einem eiskalten Frühlingsmorgen neben Fraunschiel zu stehen.

Sie winkte den Jungpolitiker zu sich, der in der Erwartung, sich ein paar ernste Worte abholen zu müssen, folgte.

Die Bürgermeisterin beugte sich zu Molnár und fragte, sehr zu dessen Verwunderung: „Bist du eh g‘scheit angezogen? Kalt ist‘s!“

Die Mitmenschlichkeit Fraunschiels war zu groß, um sich von Parteigrenzen aufhalten zu lassen. Und wenn wir – Gott bewahre! – alles über sie vergessen, das Eine sollten wir uns merken: Mitmenschlichkeit wird letztendlich siegen. Immer.