Und keiner hat was gesehen. Werner Müllner über eine verhaftete Schülerin.

Von Nina Sorger. Erstellt am 21. März 2018 (04:34)

„Drogendealer verhaftet“ – sicher keine Schlagzeile, die die Bevölkerung üblicherweise aufschreckt. Anders ist das, wenn’s im eigenen Ort passiert und wenn es sich um eine Schülerin einer bekannten Schule handelt. Aus ermittlungstechnischen Gründen hält sich die Polizei bedeckt.

Dennoch: Das mittlerweile von der Schule abgemeldete Mädchen soll in großem Stil mit Cannabis gedealt haben, vom zweistelligen Kilobereich ist dabei die Rede. Also alles andere als eine pubertierende Dummheit. Das Mädchen sitzt in Untersuchungshaft, die anderen sprachlos in den Schul- und Lehrerzimmern.

Es werden mehrere Kilo Drogen verkauft und keiner bekommt etwas mit? Keinem der Konsumenten rutscht ein Wort über die Quelle heraus? Keinem Pädagogen fällt wohl über Jahre auf, dass die Schüler größere Geheimnisse als ihren neuen Schwarm haben? Kein Schüler hat zu Hause davon erzählt? Oder gaben sich die Eltern auf die Frage „Aber du bist eh nicht dabei?“ mit einem Kopfschütteln des Kindes zufrieden?

Anscheinend. Sonst wäre die Dealerin früher aufgeflogen und die ganze Sache hätte doch noch als pubertierender Blödsinn geendet.