Verkehr ohne „Drüberfahren“. Über die regionale Selbstbestimmung.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 04. März 2020 (05:16)

Seit bald 20 Jahren ist der A3-Ausbau an die ungarische Grenze ein Reizthema in den Anrainergemeinden. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache: Die neue Landesregierung will sich dafür einsetzen, dass das Stück zwischen Klingenbach und Wulkaprodersdorf aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen wird. Das würde es Bund oder Asfinag sehr schwer machen, über den Wunsch der Anrainer – die klar gegen den Ausbau sind – „drüberzufahren“.

Der Ball liegt, sobald Doskozil ihn per Landtagsbeschluss nach Wien geschossen hat, bei der Bundesregierung. Diese wollte eigentlich erst mögliche Ausbau-Folgen „evaluieren“. Ob der Nationalrat dem Wunsch des Landtages nachkommt, ist daher ungewiss.

Aus Bundessicht wäre der A3-Lückenschluss kein schlechtes Geschäft: Konsumgut wäre schneller in Wien und Westösterreich. Die Kosten aber in Form von Lärm, Abgasen und Kaufkraftverlust müsste das Burgenland stemmen.

Der Bund muss entweder auf das Burgenland hören, oder einen Deal anbieten (Tunneln, Lärmschutz oder Züge). Einfach drüberfahren, das kann sich heutzutage keine Partei mehr leisten.