Von Radln, China und Bäumen. Werner Müllner über gefällte Bäume im Wahlkampf.

Von Nina Sorger. Erstellt am 20. September 2017 (05:26)

Die Geschichte vom Radl, das in China umfällt, ist bekannt. Ähnlich ist es nun in Eisenstadt. Im Bereich der Feldstraße werden – wie an allen Ecken der Stadt – weitere Wohnungen gebaut. Diesmal von der Erste Burgenländische Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft, umgangssprachlich die „Pöttschinger“. Baubeginn ist Mitte 2018, aber weil gerade Zeit und Maschinen frei waren, wurde das Gelände jetzt gerodet.

Bilder der gefällten Bäume wurden ins Netz gestellt, von Menschen, die erst vor Kurzem in eben jenem Grätzl neu errichtete Wohnungen eingezogen sind. Politiker luden zu Versammlungen, um mit den Bürgern zu sprechen. Andere wiederum kündigten an, Gruppen zu gründen, damit „so etwas nicht wieder passiert“. Logisch, jeder möchte im Grünen wohnen, es ist schade um jeden Baum.

Aber: Alle im Gemeinderat vertretene Parteien – ÖVP, SPÖ, Grüne und FPÖ – stimmten 2009 für den Bebauungsplan dieses Gebietes mit Ja. Und nun das zweite Aber: Wäre nicht am 1. Oktober Gemeinderatswahl, hätten die umgeschnittenen Bäume den einen oder anderen so viel interessiert wie das umgefallene Radl in China.