Wahl als Frage der Identität. Über „Identitäts-Politik“.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 02. Oktober 2019 (05:44)

Viele politische Gewissheiten, die wir in unserer relativ jungen Demokratie gelernt haben, stimmen auch im Burgenland nicht mehr.

Dass traditionelle Arbeiter-Gemeinden „rot bis in den Tod“ seien zum Beispiel. Jetzt wurden in Trausdorf, Wulkaprodersdorf und Zagersdorf die SPÖ von der ÖVP überholt. Das unterstreicht den Bundestrend demnach die Arbeiter oftmals ÖVP/FPÖ wählen.

Bauern wiederum gelten als traditionelle Schwarzwähler.

Die sind mittlerweile leider bundesweit eine zu kleine Berufsgruppe geworden, als dass eigene Statistiken für sie erhoben werden würden. Dennoch darf man im Lichte der auf die Bauern abzielende SPÖ-Biowende und die Warnung des Bauernbunds vor „Grünen Bauernkindern“ gespannt sein, was sich da in den nächsten Jahren tun wird.

Wir erleben derzeit einen Übergang von Klientel-Politik („Was nützt mir?“) zu Identitäts-Politik („Was bin ich?“). Die Parteien die diese neue Frage am besten beantworten kann, wird auch in Wählerschichten punkten, die bisher für sie nicht zugängig war. Wir dürfen gespannt bleiben.