Wahlen ohne die Qualen. Über die vielen Verlierer eines schmutzigen Wahlkampfes.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 31. Juli 2019 (02:50)

Diskutieren gehört zur Politik dazu, seit die Griechen die Demokratie erfunden haben. Weiße, reiche Männer saßen damals in Leintücher gehüllt zusammen und hielten Reden, die heute noch übersetzt und zitiert werden.

Mittlerweile trägt man Anzug, es sind auch Frauen dazugekommen (zu wenige!). Aber werden in zweitausend Jahren Maturanten Armin Wolfs Interview mit Pamela Rendi-Wagner oder Sebastian Kurz Erklärungen zu geschredderten Festplatten (in welche Sprache auch immer) übersetzen? Eher unwahrscheinlich.

Wir erleben nämlich gerade einen hart geführten Wahlkampf, der leider auch schon in Eisenstadt angekommen ist (siehe Artikel rechts). Die Parteien konzentrieren sich eher aufeinander statt auf die Wähler. Das mag einen Wahlgang lang gut gehen, führt aber auf die Dauer zu politischer Frustration und in weiterer Folge einer gespaltenen Gesellschaft.

Ein schmutziger Wahlkampf kennt nämlich keine Gewinner, sondern nur Verlierer. Und der größte Verlierer ist dabei immer das Vertrauen der Wähler in unsere Demokratie.

Dabei gibt es wenig Dinge, die sich so lange so bewährt haben. Aber werden unsere Kinder uns noch glauben, wenn wir ihnen dieses Modell weiterempfehlen?